Die Memmen Dirk und Christian in Alta Rezia

Auf einmal war die Meldung da: Replikatoren für die Bike Region Alta Rezia gesucht! Diese an und für sich harmlose Meldung verschwand relativ schnell aus meinem Gedächtnis. Ich wollte in die Alpen und nicht nach Italien ans Meer. Eurobike Friedrichshafen einige Jahre später – Memme Dirk stürmt schnurstracks auf den Messestand von Graubünden zu. Sofort ist er mit den Hostessen in Fachgespräche vertieft. Mir ist das ziemlich egal – schließlich ist die Planung der nächsten Alpentour eindeutig seine Aufgabe. Doch plötzlich fällt der Begriff "Alta Rezia" wieder. Ich werde hellhörig und erfahre, dass sich der Name aus dem Lateinischen ableitet und Hohes Räthien bedeutet. Natürlich denke ich mir, wozu hast Du das Große Latinum. Ich bin trotzdem froh, nichts von meinen Meeresvermutungen geäußert zu haben. Und weiter geht die Lehrstunde. Räthien erstreckte sich dereinst von Graubünden, Oberengadin, Veltin bis hinunter an den Comer See. So, dann wäre also alles geklärt. Das Ziel unserer Tour war gefunden und stieß bei mir auf große Zustimmung. Stellte sich nur noch die Frage in welchen Teil von Alta Rezia unsere Tour stattfinden sollte. Auch das war schnell geklärt. Die Wahl fiel auf Celerina direkt neben St. Moritz. Da wir bei der Hochzeit von Boris Becker nicht eingeladen waren, wollten wir die Feier auch nicht stören. Daher beschlossen wir 3 Wochen nach der Traumhochzeit loszufahren.

01. Juli 2009: wir starten

Selten war eine Fahrt in die Alpen problemloser. Wir verluden die Bikes in den Kofferraum von Dirks Ford Mondeo. Mit Vollgas ging es dann in Richtung Schweiz. Wir waren völlig entspannt und freuten uns auf unsere Tour. Während in den deutschen Nachrichten die globale Rezession und die zunehmende Erderwärmung eine zentrale Rolle spielten, brachten uns die Schweizer Nachrichten das wirklich Wichtige näher. Die Topmeldung lautete, dass den Schweizer Buhren
(Bauern) eine Prämie gezahlt werden solle, damit sie ihre Wiesen im Sommer nicht mähen. Dies solle den einheimischen Wachtelkönig, ein possierliches Vögelchen mit braunem Gefieder, schützen. Wir waren erschüttert, wussten wir doch bis zu diesem Zeitpunkt rein gar nichts über das Leid des Vögelchens. Spontan gründeten Dirk und ich eine Interessengemeinschaft zum Schutze des Wachtelkönigs. Auch wir fordern hiermit alle Menschen auf, das sinnlose Töten und Ausrotten des Wachtelkönigs durch unbedachtes sommerliches Rasenmähen zu verhindern. Unsere Alpentour stand fortan unter dem Motto "Rettet den Wachtelkönig".

02. Juli 2009

Nachdem wir die Nacht gut in unserem gemütlichen, fachmännisch zusammengeschusterten Doppelbett verbracht und wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt hatten, starteten wir zu unserer ersten Tour. Die ersten 500 Höhenmeter überließen wir gerne der Technik. Von Celerina (1754m) gondelten wir ohne schlechtes Gewissen nach Marguns (2264m). Oben angekommen bestiegen wir frisch und fit unsere Bikes und rollten los. Lag es an der dünnen Höhenluft, oder an unserem bescheidenen Trainingszustand – schon nach wenigen Metern brannten unsere Schenkel wie Feuer.

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Nach nur 1,45 km erreichten wir schwer atmend die Alp Glüna. Überrascht stellten wir fest, dass schon 200 Höhenmeter auf unserem Tacho standen. Weiter ging die Fahrt bei nun etwas moderaterer Steigung über die Corviglia hinauf zum Pass Suvretta (2615m).

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Wir umrundeten den Piz Nair und genossen den absolut atemberaubenden Blick über die Bergwelt.

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Starteten wir bei wolkenlosem Himmel und sonnigen 32°C, sank die Temperatur an der Westflanke Suvretta da Samedam deutlich ab. In dem engen Tal zwischen Piz Nair, Piz Corriglia und Piz Glüna auf der einen Seite und dem Piz Suvretta und Piz Bever auf der anderen Seite schien die Sonne niemals zu scheinen. Anders konnten wir das Bild, welches sich uns bot, nicht deuten. Statt Spaß auf flowigen Trails mit langhubigen Bikes konnte man hier eher Spaß auf taillierten Ski haben. Riesige, ca. 100 – 200 m breite Schneefelder türmten sich vor uns auf und versperrten den Weg. An ein Fahren war nicht zu denken. Teilweise sank man bis zu den Oberschenkeln im Schnee ein.

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Wo doch mal die Sonne durchkam taute der Schnee weg und bildete eine wild-anmutige Seenlandschaft mit Wasserfurten die bis zu 20 cm tief waren. Wir kämpften uns zum Glück erfolgreicher als Ötzi durch den Schnee und erreichten das Val Bever. Dort war der Schnee gottlob geschmolzen und auch das Wasser abgelaufen. So konnten wir dann doch noch die Abfahrt von der Alp Suvretta (2128m) hinunter zur Alp Spinas (1815m) genießen.

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Leider beschloss das Wetter just zu diesem Zeitpunkt von Sonne auf Regen umzuschalten. Uns blieb also keine andere Möglichkeit als unsere Regenklamotten anzuziehen und im Regen von der Alp Spinas nach Bever und weiter über Samedam nach Celerina zurück zu fahren.

Celerina – Marguns – Alp Glüna – Corviglia – Pass Suvretta – Alp Spinas – Bever – Samedam – Celerina

Tourdaten:
Länge: 30,89 km, Fahrzeit: 2h 51min, Durchschnitt: 10,4 km/h
Höhenmeter: 584 Hm, max. Steigung: 27%

03. Juli 2009: Königsetappe

Am Vorabend gab es Pizzocherie, eine Spezialität aus dem Engadin: Buchweizennudeln mit Kartoffeln und Gemüse in einer leichten Salbei-Sahnesauce, mit Käse gratiniert. Das gibt Power. So gestärkt starteten wir zu unserer zweiten Tour auf der Suche nach dem sagenumwobenen Wachtelkönig. Von Celerina (1754m) aus führte unser Weg nach Pontresina (1805m), vorbei am Morteratsch-Gletscher (1896m) hinauf zum Bernina Pass (2307m).

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Der Hauptanstieg war geschafft. Jetzt begann der entspannte Teil der Tour, die Abfahrt. Eine erste Pause legten wir an der Alp Grüm (2126m) ein.

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Hier begann der wohl schönste und spektakulärste Downhill den wir je gefahren sind. Ein schmaler Trail wand sich den Berg hinunter nach Poschiavo.

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Der Pfad war in natürliche Sektoren unterteilt, die immer wieder an den Schienen der Bernina-Bahn endeten. Jede Sektion hatte einen anderen Charakter. Es gab kurze, unheimlich steile Abschnitte, gefolgt von solchen die technisch recht anspruchsvoll waren. Manchmal versperrten große Felsbrocken und andere Obstacles den Weg, manchmal war der Trail auf dem griffigen Waldboden schnell und hatte viel Flow. Doch irgendwann endete auch dieser Trail. Mit glänzenden Augen und einem frisch geflickten Hinterrad erreichten wir den Dorfplatz von Poschiavo (1021m).

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Auf unserer heldenhaften Abfahrt hatten wir leider keinen Wachtelkönig, aber einen Tourguide aus Livigno kennen gelernt. Beim Mittagsmahl fachsimpelten wir mit Ihm und er gab uns den Tipp mal das Bikerevier im nahe gelegenen Livigno auszuprobieren. Wir waren begeistert und versprachen gleich am nächsten Tag zu kommen. Da es noch früh am Mittag war und wir einen echten, italienischen Espresso wollten, rollten wir noch rasch nach Tirano (438m) ab. Mit hochrotem Kopf erreichten wir Italien. Jedoch waren unsere Gesichter nicht vor Anstrengung gerötet, viel mehr zollten wir der Gluthitze Tribut. Das Thermometer zeigte stolze 33°C an. Bei dieser Hitze zog es uns in ein schattiges Café wo wir unseren Espresso genossen. Unser Tacho zeigte zu diesem Zeitpunkt schon 53,18 km an und es war kurz vor 15 Uhr. In Anbetracht der vorgerückten Stunde beschlossen wir mit der Rhätischen Bahn von Tirano auf die Diavolezza (2093m) hinauf zu fahren. Von dort rollten wir hinab nach Pontresina. Allerdings bogen wir nach St. Moritz ab und genossen am idyllischen See Lej da Staz ein leckeres, kaltes Weizenbier im Lichte der untergehenden Sonne.

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Anschließend rollten wir die letzten Meter hinunter nach St. Moritz (1768m). Mit letzter Kraft strampelten wir durch St. Moritz hinauf zum Start der berühmten Olympia-Naturbobbahn (1852m). Natürlich achteten wir darauf möglichst lässig und locker zu wirken. Die bewundernden Blicke waren aber nicht so zahlreich wie erhofft. Tollkühn stürzten wir uns mit unseren Bikes die Naturbobbahn hinab und erreichten sturzfrei in einer respektablen Zeit das Ziel in Celerina.

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Celerina – Pontresina – Bernina Pass – Alp Grüm – Poschiavo – Tirano – Rhätische Bahn zur Bernina Diavolezza – St. Moritz - Celerina

Tourdaten:
Länge: 73,82 km, Fahrzeit: 4h 26min, Durchschnitt: 16,4 km/h
Höhenmeter: 932 Hm (gefahren), 2685 Hm (gesamt), max. Steigung: 24%

04. Juli 2009: Italien

Früh wachten wir auf. Wir waren heiß, heiß auf Italien. Heute sollte es nach Livigno gehen. Schnell waren die Bikes im Auto verladen und schon jagten wir gen Süden. Nach kurzer Zeit erreichten wir Livigno. Doch wo war nur unser Bike Guide vom Vortag? Egal, wir sahen eine Gondel. "Carosello 3000" prangte in großen Lettern vom Gebäude. Da wollten wir hin. Schnell war eine Liftkarte gelöst und schon gondelten wir von 1876m auf 2756m Höhe zur Bergstation von Carosello 3000. Doch wohin sollten wir nun fahren? Zum Glück sahen wir einen Bike Verleih und eine charmante italienische Schönheit direkt davor. Das hübsche Kind hatte sofort einen Tipp für uns parat: "Fahre nur dreie male die Berge rauf. Dann du musst um sweite Lift auf Strasse fahre. Danach kommt kleines Haus aus Stein mitte auf Wiese. Da du finde Kuhe mit lange Haare. Einfach über Wiese an Kuhe vorbei und dann Trail hinter Lawine Baue nach unten." Auf die Frage ob wir unseren Höhenmesser auf 3000m justieren sollten, gab sie uns zu bedenken, dass es sich doch um italienische 3000m Höhe handelte. Korrekt seien 2756m Höhe. Also fast das gleiche. Sie bedauerte es sehr, dass sie gerade heute keine Bikeschuhe dabei habe und dass sie uns deshalb nicht begleiten könne. Sollten wir am nächsten Tag nochmal kommen hätte sie alles dabei. Sah ich da ein Augenzwinkern? Und wem hat es wohl gegolten? Nun denn, wir fuhren los. Nur 3x den Berg hinauf.

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Die Steigung war nicht so lange. Nur rund 300m. Auch technisch war es kein Problem. Der Weg war gut 20m breit, bestand aus losem Geröll und hatte eine Steigung von 33%. Fahren war da unmöglich. Am Gipfel setzte dann kurz das Kettenblatt auf und es ging gut 300m weit wieder auf Geröll mit mehr als 30% Gefälle nach unten.

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Nur ein kleiner Teil unserer Bike-Gruppe rutschte den Weg hinab. Der andere Teil, der mit dem schweren Schreibgerät und Papierblock, hatte nach 200m Schiss und stieg ab. Nach dem dritten Anstieg sahen wir tatsächlich 2 Lifte. Wir hatten nun die maximale Höhe von 2824m erreicht. In der dünnen Luft rollten wir am zweiten Lift vorbei auf einem schmalen Trail entlang. Plötzlich sahen wir ein kleines Steinhaus mitten auf einer Wiese.

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Und wir sahen viele Kühe mit langen Haaren, aber auch Hörnern. Nach kurzer Beratung gaben wir uns die Hand und beschlossen die Kuhwiese zu durchqueren. Wer dachte dass dies völlig schmerzfrei geht sah sich getäuscht. Zuerst fuhr mir ein Stromschlag beim Überqueren des Zauns durch den Hintern und danach verhedderte sich Dirk so unglücklich im Elektrozaun, dass er sich wie beim Verhör durch die al-Qaida vorkam. Die Kühe scherten sich zum Glück nicht um uns. Wir rollten danach einen schönen Weg hinunter ins Tal.

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Nach gerade mal 9,53 km und 52 Minuten Fahrzeit waren wir 124m hoch und 1226m hinab gefahren. Irgendwie unbefriedigend. Glücklicherweise konnten wir von unserer erhöhten Position sehen, dass auf den Bergen gegenüber ebenfalls eine Gondel war. Also fuhren wir dorthin. Wer hätte das gedacht. Hier waren sie die jungen Leute in lässigen Shorts, mit hippen Shirts und coolen Helmen auf Bikes, die wie Crossmotorräder ohne Motoren aussahen.

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Am Lift trafen wir dann zu unserer Überraschung unseren Bikeguide. Er gab uns einen Überblick über das Bikerevier, wünschte uns viel Spaß und verschwand mit seinem Hund. Schnell war das nächste Liftticket gezogen und schon gondelten wir hinauf auf den Monte della Neve (2785m). Oben befand sich der Einstieg zum Bikepark Livigno. Folgende Abfahrtsmöglichkeiten standen zur Auswahl:

  • schwarz:Downhill : technisch anspruchsvoll und schnell. Die Originalstrecke der Downhill-WM 2005. Eignet sich nur für Experten.
    Glücklicherweise übersahen wir den Einstieg in diese Strecke. Wer weiß, was da sonst noch passiert wäre.
  • rot:Flowline: ein künstlich angelegter, schneller Trail mit Banked Turns und unterschiedlich hohen Sprüngen.
  • blau:Take it Easy : leichter Singletrail, geeignet fürs Warm-up oder für Anfänger.

Für mich war die Streckenwahl leicht – nämlich blau. Doch zu meinem Entsetzen war die blaue Strecke nur die Umfahrung der Northshore-Elemente und der gewaltigen Sprunghügel.

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Wir waren also die meiste Zeit auf der schnellen roten Strecke unterwegs und konnten die Banked Turns voll genießen. Waren unsere jungen Mitfahrern auf ihren Downhill-Bikes mit Protektoren und Integralhelmen gerüstet wie einst die Kreuzritter, sausten Dirk und ich geschützt mit einem Halbschalenhelm in engen Lycra-Höschen und prall anliegenden Trikots auf unseren All-Mountain Bikes ins Tal. Da haben die Burschen aber geschaut. Stolz erreichten wir das Zieltor. Auf den finalen Sprung ins Luftkissen verzichteten wird jedoch, wollten wir die pubertierenden Jünglinge nicht in eine tiefe Sinnkrise stürzen. Wir waren uns einig: Es war voll geil! Alles gefahren! Gleich nochmal rauf! Jetzt zeigte unser Tacho stolze 7,38 km. Wir waren volle 15m hoch (Sprunghügel!!!) und 554m hinunter gefahren. Also, wie gesagt, nochmal rauf. Jetzt siegte aber die Vernunft. Nur mit Mühe konnte ich Dirk dazu bewegen in den Trail und nicht in den Downhill abzubiegen. Ein schmaler Trail führte uns zunächst auf einer Höhenlinie am Monte della Neve entlang.

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Es bot sich ein phantastischer Ausblick auf das gesamte Tal. Plötzlich machte der Weg eine scharfe Rechtskehre und fiel fast senkrecht ab. Nach unzähligen Spitzkehren durch den Wald spuckte uns der Trail direkt in Livigno wieder aus. Wir hatten fertig. Diese Tour war dann doch 14,66 km lang und dauerte 1h 11min. 127m mussten wir nach oben und traumhafte 666m hinab fahren. Zu unserem großen Bedauern sahen wir auch hier keine Spur vom Wachtelkönig.

05. Juli 2009: Heimreise

Der letzte Tag brach an. Heute sollte es nach Hause gehen. Zum Abschluss hatten wir uns noch ein Highlight aufgehoben. Wir wollten mit dem Trottinett, einem Roller mit Federgabel, Scheibenbremsen und Stollenreifen von Marguns nach Celerina abfahren.

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Wir freuten und diebisch auf diese Tour. Unsere Freude wurde jedoch durch den jugendlichen Liftboy an der Bergstation getrübt. Er äußerte schwere Bedenken bezüglich der Funktionalität der Bremsanlage und riet uns auf die Tour zu verzichten. In Anbetracht der Tatsache, dass wir am selben Tag abreisen und nicht das Krankenhaus in St. Moritz aufsuchen wollten, beschlossen wir schweren Herzens auf den Spaß zu verzichten. Stattdessen quälten wir uns den altbekannten Weg von Marguns über die Alp Glüna hoch zur Corviglia.

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Wir wollten die Reise locker ausklingen lassen und beschlossen noch etwas Sightseeing zu machen. Von der Corviglia (2486m) radelten wir weiter über die Trutzhütte (2212m) und weiter zur mittlerweile überall bekannten Paradiso Hütte. Genau dort hatte wenige Wochen vorher unser Bobbele seine Lilly geheiratet. Selbstverständlich ließen wir es uns nicht nehmen in dieses mondäne Etablissement einzutreten um einen Kaffee zu genießen.

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Sehr schön, sehr teuer, klasse Aussicht – hier lässt es sich feiern. Nach diesem Zwischenstopp ging es dann weiter über die Alp Suvretta (2211m) zurück nach St. Moritz (1856m). In St. Moritz nahmen wir dann die Zahnradbahn hinauf zur Corviglia. Jetzt bogen wir in den Weg über die Alp Nova (2216m) ab. Da es mittlerweile Mittagszeit war nahmen wir unser Mahl in der Salastrains-Hütte ein. Anschließend ging es weiter an der Heidi Hütte vorbei zur Chantarella (2005m) und schließlich zurück nach Celerina. Alle Wege und Trails waren abgefahren. Leider zeigte sich zum Abschluss wieder von seiner schlechteren Seite und es begann leicht zu nieseln.

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Celerina – Gondel – Marguns – Corviglia – Trutzhütte – Paradiso Hütte – Alp Suvretta – St. Moritz – Zahnradbahn – Corviglia – Alp Nova – Salastrains – Chantarella – Celerina

Tourdaten:
Länge: 24,35 km, Fahrzeit: 2h 02min, Durchschnitt: 11,7 km/h
Höhenmeter: 522 Hm (gefahren), 1719 Hm (gesamt), max. Steigung: 29%

Beurteilung des Bikereviers:

St. Moritz ist toll, edel, teuer und atemberaubend. Letzteres nicht nur durch seine Geschäfte und sein Flair, vielmehr durch seine Höhe. Die Starthöhe beträgt schon 1800m. Da ist die Baumgrenze schnell erreicht. Die Trails sind in diesen Höhen fast ausschließlich aus Schotter und meist sehr steil. Wirklich schöne Singletrails sind eher rar. Eigentlich eignet sich das Revier viel besser für Freerider als für Tourenfahrer. Jedoch kann man super Touren fahren, wenn man mit der Gondel die Gipfel erreicht hat. Dann kann man die gigantische Aussicht recht gut genießen, da die meisten Routen nicht mehr sonderlich viele Höhenmeter aufweisen. Jede Gondel nimmt Bikes mit und alle Wege sind prima ausgeschildert, so dass es fast unmöglich ist sich zu verfahren. Gleiches gilt für Livigno. Dort pulsiert am Bikepark das Leben. Ein Eldorado für jeden Freerider. Für Tourenfahrer gibt es eigentlich nur eine Richtung. Die schönsten Trails führen zum Bernina Pass. Die Steigungen sind nicht ganz so giftig und problemlos fahrbar. Belohnt wird man dann mit einer traumhaften Abfahrt nach Poschiavo. Der absolute Höhepunkt.

Insgesamt war diese Tour also recht locker mit vielen gegondelten Höhenmetern in einer tollen Kulisse der Schönen und Reichen und ganz schön Reichen.

Übrigens: Den Wachtelkönig haben wir nicht gesehen, kämpfen aber weiterhin für sein Überleben.

Bis demnächst
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