Memmentour zum Gardasee (10.09 – 13.09.2015)

Antipasti: Das Vorspiel

Wie immer in der kalten Jahreszeit quälen uns die Gedanken an Sonne, Berge und Seen. Was liegt daher näher, wenn man diese Punkte mit dem Biken verbinden will, als der Lago di Garda. Das Ende eines jeden Alpencross. Nachdem schon der große Alpencross und die Tour St. Ulrich – Torbole 2006 den Gardasee als Ziel hatten und keiner von uns in dieser Gegend Bike-Erfahrung hat sammeln können, war das Ziel klar: Dieses Jahr geht’s zum Gardasee.

 

Schnell war die Gruppe zusammen:

-       Steffen, der alles organisierte

-       Oli, der alles bezahlte

-       Karl, der alle abhängte

-       Schlotti, der alle überraschte

-       Andreas, der alle schockte und

-       Christian, der alles aufschrieb

Wie immer wurde wegen der bevorstehenden Tour die Montagsrunde kräftig ausgeweitet. Auch wurden die Wochenendtouren extrem gesteigert. Man wollte ja nicht untrainiert in die Berge gehen. Schlotti setzte aber im Gegensatz zu den anderen Memmen auf eine völlig neue Trainingsform. Er buddelte den kompletten Sommer einen Pool in seinen Garten. Dies stählte den Körper und lies die Pfunde purzeln. Meine Hoffnung auf einen schön entspannten Kumpel im Anstieg waren dahin. Steffen und Oli trainierten super-fleißig und bolzten jede Menge Kondition. Da war es dann doch gut, dass ich mich mit anhängen konnte. Karl war gar nicht mehr zu stoppen. Er flog förmlich die Heimat-Trails hinauf und auch hinunter. Bei Andreas sah es auch aus wie immer. Geringes Gewicht, bärenstarke Kondition. Wer täglich über 50 km zur Arbeit fährt ist eben fit. Doch dann schlug das Schicksal zu. Nachdem Steffen 4 Wochen in den USA war und sein Trainingsprogramm sträflich vernachlässigt hatte, stieg er wohl zu heftig wieder ein. Die Folge – Rahmenbruch am Bike. Leider ließ sich das Problem nicht so einfach beheben. Er musste mit seinem Hardtail den Weg nach Italien antreten. In mir keimte schon die Hoffnung, dass es jetzt beim Downhill jemanden gibt, der bei mir fahren wird. Die nächste Hiobsbotschaft kam von Oli. Er wollte nur rasch die Schaltzüge wechseln lassen, als der Radladen die Schraube des Shifters zerlegte. Nun war guter Rat teuer – oder auch nicht. Statt die Shifter komplett zu wechseln, erstand Oli im Ausverkauf  ein Ersatzpart. Der Umbau war dann nur noch Formsache. Auch jetzt starb ein kleiner Hoffnungsfunke. Wie gerne hätte ich Oli auf dem Weg nach oben mit nur einem Kettenblatt gesehen. Der nächste Knaller kam dann ganz unerwartet bei mir. Nach der letzten Biketour wurde das Rad reisefertig gemacht, geputzt und geölt. Bei der letzten Probefahrt dann der Super-Gau. Die hinteren Ritzel lassen sich nicht mehr hochschalten. Panik ergriff mich. Wie soll man mit dem kleinsten Ritzel den Berg hinauf kommen? Und es waren nur noch 2 Tage Zeit. Aber zum Glück konnte der Bikeshop hier helfen und tatsächlich wurde die Schaltung wieder fit gemacht. Aber der allergrößte Schock stand uns noch bevor. Andreas kam mit Trauermine und teilte uns mit, dass er sich beim Spielen mit den Kids den Trizeps angerissen hat und vom Arzt ein Startverbot bekommen hatte. Andreas fiel definitiv aus.

Unsere Antipasti hatten einen bitteren Nachgeschmack bekommen.

 

Primo Piatto: Adrenalin Trail

Es ist 3 Uhr in der Früh, der Wecker klingelt. Verschlafen stehe ich auf und nach einer erfrischenden Dusche und einem kleinen Frühstück treffen wir um 4 Uhr bei Steffen ein. Alle sind da, es gab keine weiteren Verluste, die Bikes sind schon verladen, es kann los gehen. Mit dem Bus fahren wir los und kommen recht gut voran. Bei einsetzendem Morgengrauen können wir im Bus sogar eine Runde Wizard spielen. Nach dem Fernpass gibt es dann das zweite Frühstück und gegen Mittag sehen wir endlich den See. Schnell ist das Hotel gefunden und die Zimmer bezogen. Schließlich wollen wir heute noch die erste Runde zum Aufwärmen drehen. Mit der Karte, die im Hotel ausliegt, beschließen wir spontan den Adrenalin Trail anzugehen. Laut Tourenbeschreibung sollte dieser Trail rund 17 km lang sein und 717 Höhenmeter haben. Also genau das richtige um sich nach einer langen Autofahrt zu regenerieren und ein wenig die müden Knochen zu bewegen. Da Steffen nur sein Hardtail dabei hat und er doch ob des eingeschränkten Downhill-Vergnügens einen recht traurigen Eindruck machte, führte unser erster Weg zu einem Bikeverleih. Der Empfehlung unseres Hotels folgend gingen wir zum Cannondale Händler nach Riva. Schnell fand Steffen ein passendes Bike – ein Cannondale Trigger. Nachdem er es für die nächsten zwei Tage reserviert hatte, heiterte sich seine Miene merklich auf. Der Bikeverleiher gab uns dann nur noch die Info, dass wir auf unserer Tour mit „heavy rocks and broke stones“ zu rechnen hätten. Außerdem sagte er noch, dass die Tour gut ausgeschildert wäre. So machten wir uns dann auf.

Von 65 m Höhe aus führte uns der Weg zunächst sanft ansteigend aus Riva hinaus. Wir folgten einem Radweg an einem Bächlein entlang bis S. Giacomo. War es bis hierher recht entspannt, blieb uns kurz darauf die Luft weg. Vor uns türmte sich eine Rampe von 30% Steigung auf. Zum Glück betoniert, aber am Ende dann doch nicht für alle fahrbar. Keuchend und schwitzend kamen wir oben an. Weiter führte unser Weg vorbei am Castello di Tenno nach Pranzo. Die ersten 400 Hm waren gemeistert. Und das nach nur rund 4 Kilometern. Von Pranzo (458 m) führte unser Weg dann recht moderat weiter nach Campi (668 m). Die Beschilderung lies leider einiges zu wünschen übrig. Sie war schlicht nicht vorhanden. Weiß der Geier, was der Bikeverleiher als Wegweiser betrachtete. Doch einerlei, wir trafen hier ein Pärchen aus dem Schwabenland, die sich sehr gut in diesem Gebiet auskannten. Sie empfahlen uns nicht schon in Campi abzubiegen, sondern weiter bis zur Capanna Grassi zu fahren. Dort gäbe es ihrer Meinung nach die beste Pasta am Gardasee. Natürlich wurde dieser Vorschlag angenommen. Ein gut zu fahrender Schotterweg führte uns von Campi zur Hütte in 1050 m Höhe. War dann doch sehr anstrengend. Aber die Pasta entschädigte uns für die Mühe. Jetzt stand ja nur noch der Downhill nach Riva an. Von der Capanna Grassi aus ging es steil und durch losen Schotter hinab nach Pinza und am Torrione S. Giovanni vorbei zurück nach Riva. Mit rauchenden Bremsen kamen wir am Hafen an, das erste Bier hatten wir uns redlich verdient. So konnten die nächsten Tage gerne vergehen.

 

Tour: 35,94 km, 2:39 h, 1049 Hm, Durchschnitt: 13,5 km/h, Steigung: max. 30%, Gefälle: max. 20%.

 

Secundo Piatto: Tremalzo-Runde

Beim Abendessen beschlossen wir, dass wir als nächstes das Tour-Highlight die Tremalzo-Runde angehen wollten. Natürlich ohne Shuttle oder Seilbahn, nur mit Muskelkraft von Torbole aus hinauf. Und so machten wir uns dann nach einer guten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg. Zuerst Steffens Leihbike abholen, was ganz unproblematisch war und dann los. Oli hatte den alten Moser-Guide dabei und dank dessen Hilfe wollten wir die Tour machen. Zitat: „Der wahre Crack ist sich zu schade für faule Kompromisse und überlässt den bequemen Start von oben lieber den verweichlichten Wohlstandsbürgern….“ Recht so, dachten wir und radelten frohgemut von Riva los Richtung Pregasina. Ein super Weg. Auf losem Schotter erklimmt man Meter um Meter und hat dabei immer den Blick auf den See. Von Pegrasina (520 m) aus führte der Weg dann immer steiler werdend auf Schotter weiter Richtung Malga Palaer. Die ganze Zeit über hatten wir aber einen grandiosen Blick auf den See, was uns die Leiden ein wenig erträglicher machte. Leider verloren wir genau hier den richtigen Weg. Die Angaben in unserer Wegbeschreibung waren auch nicht eindeutig und so folgten wir einem Trail steil hinauf. Über gut 1 Kilometer mussten wir unsere Bikes teilweise hoch tragen. Eine enorme Schinderei! Aber auch diese Passage ging vorüber und wir fanden den richtige Weg wieder. So erreichten wir den Passo Rocchetta (1159 m) mit dem grandiosen Ausblick über den Lago. Doch zum Verweilen blieb uns keine Zeit, wir mussten weiter. Vorbei am Refugio Mughera kehrten wir dem Lago den Rücken und quälten uns schier endlosen Serpentinen folgend den schottrigen Weg hinauf. Am Passo Guil (1204) zweigten wir ab und fuhren hoch Richtung Bocca die Fortini und weiter zum Rifugio Passo Nota (1208). Zu diesem Zeitpunkt hatte der Defekt-Teufel schon zweimal zugeschlagen. Karls Kette verklemmte sich zwischen großem Ritzel und Speichen und bei Oli löste sich ein Kunststoff-Ring aus der Kassette der den Freilauf empfindlich störte. Schlotti, ein Ingenieur und Mann der Tat konnte binnen weniger Minuten beide Defekte reparieren. Zuerst riss er mit schierer Manneskraft die Kette heraus und später entfernte er im Stile Dr. Brinkmanns das nutzlose Plastikteil. Trotzdem zwang uns der Hunger am Rifugio halt zu machen. Nach einer deftigen Portion Pasta und zwei alkoholfreien Weizenbieren standen wir wieder am Start. Weiter ging die Fahrt Richtung Tremalzo. Jetzt war die Richtung absolut klar, immer nur nach oben. Von 1200 m erreichten wir dann endlich den Tremalzo Tunnel auf 1863 m. Wir waren oben. Von nun an ging es nur noch bergab. Auf Schotterpisten und Betonwegen erreichten wir dann den Lago di Letro (655 m). Ab dem See folgten wir der Strasse hinunter Richtung Pre und kamen glücklich in Ponale an. Am Cafe in Ponale machten wir dann Rast. Wir stießen glücklich drauf an diese Tour gemeistert zu haben. Der Rest ist schnell erzählt. Ein letztes Bier bei Meckies in Torbole und schon waren wir wieder zurück.

Tour: 68,37 km, 5:25 h, 2273 Hm, Durchschnitt: 12,5 km/h, Steigung: max. 25%, Gefälle: max. 25%.

 

Dolci: Naranch-Trail

Nach der Königsetappe waren wir uns schnell einig, wir wollten mehr! Auf der Bikekarte fanden wir eine Tour die uns gut gefiel. Anstiege, die in dieser Region recht steil sind auf Asphalt und einen hohen Schotteranteil beim Downhill. So starteten wir in unsere dritte Tour. Leider verfehlten wir den Einstieg in den Trail. Da hier alle Straßen extrem steil nach oben führten, war ein Verfahren jedes Mal mit einigen Höhenmetern verbunden. Daher verzichteten wir auf die Alternative im Wald und nahmen, wie in der Tourenbeschreibung angegeben die Strasse. Jedoch kombinierten wir wild einige Touren zusammen und bastelten uns etwas eigenes. Über Dro kamen wir schließlich nach Drena, wo wir am Castello di Drena S. Giobbe einen Cappuccino schlürften. So gestärkt setzten wir unsere Tour fort. Über Braila (532 m) quälten wir uns die steilen Serpentinen hinauf. Der Schotter in den Kurven war da eine echte Plackerei. Weiter ging es dann doch recht moderat zum Passo Due Sassi (1159 m). Schließlich erreichten wir die malerisch gelegene Malga Zanga. Hier hatte Oli sein diesjähriges Sch(l)üsselerlebnis, von dem am besten Karl berichtet:

Warum auch Männer immer zu zweit auf die Toilette gehen sollten,
oder wie ich meinem Freund Oli aus der Patsche (Sch....) half.
 
Als wir nach dem anstrengendem Anstieg endlich die Hütte Malga Zanga erreichten, galt es erstmal Platz für Neues zu schaffen, s.h. der Gang auf die Toilette. Mit Oli auf der Suche wurden wir schnell fündig. Ich nahm gleich das erste Örtchen, er entschied sich für die letzte Tür im Toilettenflur, gleich neben dem Waschbecken.
 
Fertig mit dem Geschäft wusch ich mir die Hände und stellte fest, dass sich auf der Toilettentür (Oli dahinter) ein Post-it mit "Don´t use" befand. Ihn darauf angesprochen stellte sich heraus, dass sich die Tür nicht mehr öffnen lies. Nicht genug damit, dass er nun eingesperrt war,  es gab auch kein Toilettenpapier hinter dieser Tür, was mich nun doch sehr betroffen machte. Nach meinem ersten Lachkrampf galt es ihn schnell mit dem Notwendigstem zu versorgen...
 
Durch´s Schlüsselloch ging nix, Schließzylinder! Nun sind die italienischen Tischler zum Glück keine Präzisionsarbeiter, der Bodenschlitz ließ doch ein paar Seiten vom ,Dreilagigen" durch. Nach einigem hin und her, nein, das Papier ging nur in eine Richtung durch die Tür, war die Erstversorgung sichergestellt und schlimmeres verhindert.
 
Ich wollte mir gar nicht vorstellen wie mein Freund im Spagat, zwischen Porzellan und Tür, die Balance gehalten hat. Aber wie sagt der Pälzer: nix geht über gude Bähmuschgle...
 
Nachdem die dickste Luft sich verzogen hatte ging ich nun Hilfe holen, die noch immer versperrte Tür öffnen zu lassen. Mit den vereinten Kräften, zwei Italiener vor der Tür und mein Freund hinter der Tür, schaffte es Oli wieder ans Tageslicht. Endlich konnte wir gemeinsam Durst und Hunger stillen, die Outdoor Memmen waren wieder komplett :)
 
Ich weiß noch heute nicht was mir am Abend mehr weh getan hat, die Beine vom Radeln oder die Bauchmuskeln vom vielen Lachen...

Nach einer ordentlichen Portion Spaghetti und 2 alkoholfreienen Weizenbieren in der Sonne, mussten wir auch schon weiter. Der nächste Punkt war das Dörfchen S. Barbara (1209 m). Hier verlies uns der Orientierungssinn erneut. War vorher die Beschilderung nahezu perfekt, machte man hier den alten Fehler an Abzweigungen einfach alle Richtungsschilder wegzulassen. Wie dem auch sei, Oli unser erfahrener Pfadfinder führte uns nach Gefühl weiter. Wir erreichten so den M. Creino (1280 m), ein Bergplateau mit grandioser Aussicht, aber eben auch ohne erkennbaren Weg. Wir genossen die Aussicht und bestaunten die verfallenen Anlagen, als plötzlich 2 Biker, mit Protektoren gepanzert, an uns vorüber fuhren und in einen kaum zu erkennenden Pfad abtauchten. Wir erkannten im Gebüsch ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Naranch-Trail“. Sofort war klar, da ist der Weg, dort liegt unser Ziel. Übermütig stürzten wir uns durch das Gebüsch den Trail entlang und hatten sofort größte Mühe nicht in die Tiefe zu fallen. Dies war kein Weg, dies war eine Katastrophe. Brutal steil, mit losem und groben Schotter übersät lag der Weg vor uns. Von Fahren war da keine Rede mehr. Jeder, der versuchte hier runter zu fahren, scheiterte. Es war ein hinab rutschen! Wir trafen dann auch unsere Vorreiter – ein Mädel – das uns sagte, dass der Trail recht neu angelegt und letztes Jahr tatsächlich noch fahrbar war. Damals seien nicht so viele Geröllbrocken im Weg gelegen. Aber im Mittelteil sollte der Weg deutlich besser werden. Dies bestätigte auch ihr Partner, der am Ende der Passage auf seine Holde wartete. Er gab uns auch mit, dass der Schluss des Weges so sei, wie der Anfang, aber eine Umfahrung möglich sei. Leise fluchend erreichte auch ich das Ende der Tragepassage und was soll ich sagen, der Mittelteil war toll. Flowiger Trail, super schön zu fahren und nicht ganz so extrem technisch. Das machte uns riesigen Spaß. Zum Glück entschied die Gruppe sich dann tatsächlich das letzte Stück auszulassen und die immer noch extrem steile Strasse zu nehmen. So erreichten wir über Nago wieder unseren Startpunkt Torbole.

 

Übrigens, der Naranch-Trail wird unter den Bikern als ebenbürtige Alternative zum mittlerweile gesperrten Anaconda-Trail gefeiert. Hier einige Auszüge aus Berichten im Netz: http://trails.de/tour/couple-therapy-trail/

 

„Die technisch anspruchsvollen Trails am Gardasee haben schon mehrere Paare an den Rand einer Beziehungskrise geschickt. Er, Freerider, liebt die technischen Passagen am 601. Sie, Flowriderin, liebt flache Trails mit weiten Kurven. Zoff vorprogrammiert? Nicht bei dieser Tour! Das zumindest war der Anspruch der Erbauer, als sie diesen neuen Trail im Frühjahr 2014 aus der Taufe hoben. Allerdings scheint es so, als hätte der Trail innerhalb kurzer Zeit unter den Ansturm erheblich gelitten …“

Kommentar von Anselm Fritsch: Noch eine kurze Info zum Naranch-Trail: Der ist inzwischen mindestens eine Singletrail-Stufe härter und würde jede Paar-Therapie vorzeitig beenden. Also den Text schnell umschreiben, sonst freut sich nur der Scheidungsanwalt!“

Tour: 69,41 km, 4:24 h, 1692 Hm, Durchschnitt: 13,7 km/h, Steigung: max. 24%, Gefälle: max. 27%.

 

Espresso: Abschluss in Ponale

Auch die schönste Tour endet irgendwann einmal. Bei uns war dies der Sonntag. Wir hatten uns vorgenommen am letzten Tag vor der Heimfahrt nochmal eine kurze Runde zum Abschied zu drehen. So entschieden wir uns nochmal den traumhaften Trail nach Ponale hochzukurbeln und dort mit der tollen Aussicht über den Lago di Garda einen letzen Espresso zu trinken. Wir fuhren nach dem üblichen ausgiebigen Frühstück los und tauschten Steffens Mietbike gegen sein Hardtail aus. So gerüstet radelten wir Richtung Ponale, immer mit dem grandiosen Blick auf den See. Ruck zuck war unser Ziel erreicht und wir saßen zusammen beim Abschiedsespresso. Eine letzte Abfahrt auf der Schotterpiste stand noch an und die wurde für uns alle zum Genuss. Auch diese Alpentour war nun vorbei.

 

Tour: 15,51 km, 1:11 h, 197 Hm, Durchschnitt: 13,1 km/h

 

Die Region Gardasee war für mich bisher nur als Zielort für einen Alpencross bekannt. Hier endete vor Jahren der Alpencross der Freunde und auch ich durfte 2006 den Gardasee als Zielort zusammen mit Dirk anfahren. Das Bike-Revier war mir natürlich aus diversen Bike-Heften und vom Bike-Festival ein Begriff. Tremalzo-Runde und der berüchtigte Sentiero 601, Namen, die man schon öfter gehört hat. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass meine Erwartungen nicht vollkommen erfüllt wurden. Die Touren sind alle wunderschön. Man hat einen oft grandiosen Ausblick auf den See. Aber leider sind die Schotterauffahrten nicht so recht meine Sache. Brutal steil bergauf ist es schon recht anspruchsvoll, aber die Abfahrten haben mich nicht so recht überzeugen können. Teilweise hat mir ein flowiger Downhill gefehlt. Oftmals ist es eher ein hinab bremsen und rutschen, denn ein fahren. Alles in Allem jedoch war es eine tolle Tour. Wir waren eine tolle Gruppe und hatten zusammen viel Spaß, hatten super Glück mit dem Wetter, keinerlei Stürze oder Pannen und haben dann doch irgendwie immer unseren Weg gefunden. Highlight für mich war ganz klar die Tremalzo-Runde. Nur wirklich schade war, dass Andreas nicht mit dabei war.

 

Bis zum nächsten Mal

Christian