Die Gut-Memmen, Glühwein-Tour 2008

14.12.2008, Wetter-Online meldet zwei Regentropfen bei 5°C. Das Telefon klingelt. Joggel ist dran und fragt zaghaft, ob die diesjährige Glühwein-Tour nicht ausnahmsweise mal als Wandertag stattfinden solle. Entrüstet lehne ich ab und stopfe ein Ersatzpaar Socken, ein frisches Trikot, ein zweites Paar Handschuhe und diverse Regenklamotten in den Rucksack. Dem miesen Wetter trotzend beschließen wir die Tour – wie üblich – durchzuführen. Nachdem wir in den letzten Jahren alles erlebt hatten von Schnee bis Kurzarmtrikot schien heute mal der Regen vorzuherrschen.

Wie schon fast traditionell hagelte es dann Absagen. Memme Dirk hatte Schnupfen und Halsweh. Vermutlich war die Klimaanlage seines neuen Wagens noch auf Sommerbetrieb eingestellt. Michael meldete sich mit krankem Kind ab. Andreas blieb unentschuldigt der Truppe fern. Wahrscheinlich war sein Katzenfell, das die empfindlichen Nierchen wärmt, zu eng geworden. Kinderbrei auslöffeln macht halt Hüftgold. Steffen N. wiederum plagten heftige Gliederschmerzen. Das Knie schmerzt nun schon seit Februar.

Wie dem auch sei, es fanden sich dann doch eine ganze Menge mutiger Memmen ein. Steffen und Joggel, die Tourguides und Oliver, Jens, Lottel, Bernd und Christian, die Schäfchen, die sich willig leiten lassen. In Neustadt am Bahnhof stieß dann noch Schorsch dazu.

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Hoch motiviert beschlossen wir, den Weg zur Totenkopfhütte zu nehmen. Und wie immer ging es vom Bahnhof, nach ca. 100 m warm fahren, direkt nach oben. Die ersten Höhenmeter kamen schon einem Ausscheidungsfahren gleich. An dem Kloster angekommen, wanderten dann zunächst die ultrawarmen Handschuhe in den Rucksack.

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Der Inhalt der Trinkblase war schon zu einem Großteil in der durstigen Kehle gelandet. Mit hochrotem Kopf erreichten dann auch die letzten Memmen das Plateau. Nun ging es leicht ansteigend in Richtung Totenkopfhütte. Schilder wiesen uns treffsicher den Weg, welcher einer unheimlich langen Pfütze glich. Der Untergrund war weich, matschig und klatsch nass. Schon nach wenigen Metern waren unsere Bikes in einem Einheitsbraun eingetaucht. Die Stimmung aber bot dem tristen Wetter die Stirn. Es wurde gelacht und gefachsimpelt. Doch schon bald holte uns die Realität ein.

 

Der kurzsichtige Schreiber dieser Zeilen erkannte im Dunst einen Wegweiser, auf dem das angestrebte Ziel, die Totenkopfhütte, gänzlich fehlte. Stattdessen war Hohe Loog zu lesen. Und der Weg führte tatsächlich steil bergauf. Wie in den guten alten Zeiten wurde das Ziel von unseren Guides sofort aktualisiert, revidiert und erneuert. Jetzt sollte eben die Hohe Loog unser Anlaufpunkt werden. Durch diese entschlossene Ansage blieb dann auch eine Meuterei aus. Wohl auch weil manch einem einfach die Luft fehlte, um protestieren zu können. Kurz vor der Hohen Loog jedoch wurde die Strecke nochmals geändert. Man verzichtete aus Rücksicht auf die nunmehr hechelnden Nachzügler auf die letzten Höhenmeter und beschloss, direkt den allen bekannten Weg zur Totenkopfhütte zu nehmen. Am Parkplatz Hahnenschritt spaltete sich dann für alle überraschend die Gruppe. Während Lottel, Joggel, Oli und ich den Trail zur Hütte nahmen, sah man bunte Trikots und Rucksäcke über die Strasse zur Hütte fahren. Steffen, Bernd, Jens und Schorsch outeten sich als Trailmemmen. An der Totenkopfhütte dann die nächste Überraschung. Die Tür war zu, geschlossen. Na ja, das Essen soll auf der Hellerhütte eh besser sein. Also wurden die Bikes gewendet und in rasantem Tempo ging es zur Hellerhütte.

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Zum Glück war uns hier der Eintritt nicht verwehrt. Dreckstarrend betraten wir den Schankraum. Im Nebenzimmer fanden wir dann am heimeligen Kaminfeuer ein warmes Plätzchen an dem wir unsere nassen Kleider trocknen konnten. Traditionell gab es Glühwein von der Hütte und Weihnachtsgebäck von zu Hause.

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Nachdem wir uns gewärmt und gestärkt hatten, ging es weiter. Lottel fiel noch schnell in den Dreck als er uns zeigen wollte, wie man langsam um die Kurve fährt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt erst einen Glühwein und damit auch keine plausible Ausrede für seinen Patzer.

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Doch er sollte sich rehabilitieren. Während alle Memmen der Vernunft folgend mit ca. 50 km/h über den Fahrweg in Richtung Kaltenbrunner Hütte flogen, wählte Lottel den Emil Ohler Gedächtnispfad. Mit einigen Minuten Rückstand erreichte er dann auch die Hütte. Dort wurde dann Glühwein getrunken.

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Eben wie immer. Leider, oder auch zum Glück, fand die gesellige Runde dann doch recht bald ein Ende. Müde, dreckig und verschwitzt machten wir uns auf zum Bahnhof. Auf der Fahrt zurück nach Limburgerhof zeigten die Memmen dann noch einmal ihr weiches Herz. Gefallenen und gestrandeten jungen Menschen wurde die Barmherzigkeit der Memmenschar zuteil. Wie einst der heilige Martin teilten wir unser VRN Ticket mit jungen Menschen. Es ging sogar so weit, dass wir unser Ticket den Menschenkindern schenkten und großherzig auf alle angebotenen Gegenleistungen verzichteten. Nach dem Motto „Wir schauen nicht streng, wir riechen streng“ zeigten wir Memmen vorweihnachtliche Güte.

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Was bleibt zum Abschluss zu sagen?

Wetter Online hat mit den zwei Regenwolken voll daneben gelegen.

Es hat glücklicherweise nicht geregnet. Es war diesmal eine richtige Bubenveranstaltung – so richtig dreckig machen und Spaß dabei haben.

Ich hoffe, Joggel und Steffen lernen noch bis zum Palatinocross richtiges Kartenlesen.

Allen daheim gebliebenen Memmen wünsche ich gute Besserung und viel Spaß im neuen Jahr.

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