Vom Verlieren und Finden

Die Tradition lebt! 07.12.2013, der erste Samstag im Dezember, wir finden uns zusammen um unser Glühweintour zu starten. Gab es im Vorfeld noch Bedenken ob des möglicherweise miesen Wetters, so fanden wir an jenem Tage doch ein recht annehmbares vor. Trüb, kühl, aber kein Regen. Dementsprechend warm eingepackt trafen dann die Memmenfreunde am Bahnhofskiosk ein: 

  • Zeppi, der zum Glück ein Ersatzrad gefunden hat
  • Joggel, der die Freude am Biken im Wald lange vermisst hat
  • Bernd, der Zeit für die Tour gefunden hat
  • Steffen, der nach langem Suchen die korrekte Fahrkarte gefunden hat
  • Lottel, der endlich mal wieder den Weg in die Pfalz gefunden hat
  • Andreas, der den richtigen Zug gefunden hat
  • Kurt, der zu alter Stärke trotz des hohen Alters zurückgefunden hat
  • Christian, der Zettel und Stift gefunden hat

Nachdem dann ein erster Aufwärm-Kaffee getrunken war und die Memmenschar (fast) vollständig versammelt war, Andreas wollte unterwegs zusteigen, Steffen mühte sich am Fahrkartenautomat ab, konnte die Tour losgehen. Auch diesmal stellte ich mir die Frage, wie eigentlich das Überleben in früherer Zeit bei diesen arktischen Temperaturen (wir hatten immerhin +2°C) möglich war. An Kurts Füßen leuchteten 2 rote Dioden, die anzeigten, dass der elektrische Fußwärmer auf Stufe 3 lief, Steffen, Joggel, Zeppi und Bernd trugen Schuhe, die geeignet waren den Mond zu betreten. Andreas präsentierte Bikehandschuhe, die auf dem Mount Everest jedem Schwitzehände verursacht hätte. Egal, man zeigte was man im Schrank gefunden hat.

So verpackt erreichten wir Neustadt und ganz den Traditionen verpflichtet startete unser Weg mit dem typischen Anstieg direkt hoch Richtung Hambacher Schloss. Joggel, der die Tour wunderbar ausgearbeitet hatte, wählte diesmal aber den Weg auf der Strasse zum historischen Schloss. Eigentlich gar nicht schlecht – war der Waldweg recht nass und rutschig. Außerdem konnte man so viel besser miteinander reden und das ist ja in der heutigen Zeit ungemein wichtig. Wir erreichten schwitzend und dampfend das Hambacher Schloss. Langsam stießen wir auch klimatechnisch in die Schneeregionen vor. Vom Hambacher Schloss aus führte unser Weg weiter hinauf Richtung Hohe Loog. Hier sollte die erste Pause gemacht werden. Unterwegs, diesmal auf dem Trail, sahen wir die ersten Schneefelder. Trotzdem erreichten wir problemlos die Hütte. Jetzt konnte die Glühweintour beginnen. Schnell war die erste Runde des Heißgetränks geordert und die ersten Plätzchen, Nüsse und Weihnachtsmänner ausgepackt.  Doch nach nur einer zweiten Runde hieß es schon wieder Abschied nehmen und raus in die Kälte. Unser Weg führte nun hinunter zum Parkplatz Hahnenschritt und auf direktem Weg zur Totenkopfhütte. Dort war die nächste Einkehr vorgesehen. Wie üblich: Glühweinrunde, Schokoladenherzen, aber auch für den ersten Hunger einen Flammkuchen. Dolce Vita im Dezember. Trotz einiger Unmutsbekundungen einzelner, beschlossen wir, dass es noch nicht die richtige Zeit für ein Mittagsmahl sei. Uns zog es weiter durch die Natur. Zeppi baute derweil seinen ersten Schneemann in diesem Winter und war ganz stolz darauf. Der Weg von der Totnkopf- zur Hellerhütte wurde wegen des Hungers in Rekordtempo zurückgelegt. Keine 10 Minuten dauerte der Spaß und schon saßen wir wieder in der Hütte. Auch hier galt die Devise: Mit Traditionen darf man nicht brechen. Also wurde zuerst eine Runde Glühwein geordert. Zu unseren großen Überraschung kam nach dem Essen dann auch noch der Nikolaus und verteilte großzügige Geschenke. Was keiner für möglich gehalten hatte passierte dann Andreas. Er fand seinen vor Monaten vergessenen Regenschirm. Stolz präsentierte er sein Fundstück. Jetzt war auch bei Andreas die heimische Adventszeit gerettet. Langsam flackerten nicht nur die Kerzen, sondern auch unsere Augen und es glühte nicht nur der Ofen, sondern auch unsere Wangen. Aber alles hat ein Ende und so mussten auch wir Lebwohl sagen und die Hütte verlassen. Mehr oder weniger geschickt und schnell wurde dann das Licht montiert. Mittlerweile hatte sich die Dunkelheit über diesen Dezembertag gelegt. In Lichte der diversen China-Lampen ging es nun auf direktem Weg zurück nach Neustadt. Andreas mit dem Schirm auf dem Lenker machte dabei die eleganteste Figur. In Neustadt wurde der Abschluss auf dem Weihnachtsmarkt gemacht. Glühwein, wie schon den ganzen Tag, wärmte uns auf. Mit dieser wohligen inneren Wärme, manche meinten das die der Spirit of Christmas sei, ging es dann zurück nach Hause.

Kleiner Nachschlag, der Schreiber dieser Zeilen und sein letzter verbliebener Weggefährde beschlossen diesen Abend dann bei dem letzten Glühwein in Limburgerhof auf dem Weihnachtsmarkt.

Was haben wir also diesmal gefunden:

Eine tolle Tour mit schönen Hütten in denen man gemütlich sitzend die Adventszeit genießen kann.

Freunde, die man ewig nicht gesehen hat und die dann plötzlich wieder zu uns stoßen.

Die Freude, dass wieder alle Memmen mit dem Bike unterwegs waren.

Den Nikolaus

Einen lange vermissten Regenschirm

In diesem Sinne wünsche ich allen Freunden und ihren Familien ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf dass wir auch 2014 wieder so viele tolle Touren fahren wie dieses Jahr.

Alles Gute

Christian

Kurzer Nachtag: Es kann durchaus dem übermäßigen Zuspruch des Glühweins geschuldet sein. Auch der Autor dieser Zeilen hat seine Erinnerung an den Ausgang des Abends wiedergefunden. Natürlich war neben Steffen und mir auch noch unsere Vatermemme Kurt in Limburgerhof auf dem Weihnachtsmarkt. Und nachdem jetzt alle Erinnerungslücken gefüllt sind, kann das neue Jahr kommen.