Zislow am Plauer See. Unser Auto steht auf dem laut Hinweisschild letzten Parkplatz vor dem See. Besser letzter Parkplatz als letzte Verpflegungsstelle auf der Seeumrundung. Wir brechen auf, um den Plauer See im Uhrzeigersinn zu umrunden. Bereits nach wenigen Metern treffen wir auf ein Ehepaar, das den Einstieg in den Radweg sucht. Na, da sind sie zumindest nicht allein. Direkt am Ufer begeistert uns ein schmaler Weg, den wir spontan zum Radweg deklarieren. "Fahren Sie mal vor und sagen Sie Bescheid, falls der Weg gefährlich ist" schallt es hinter uns her. Ist er aber nicht. Der Weg schlängelt sich als schmaler Pfad zwischen Schilf und Wald, über kleine Brücken, auf festem Erd-, lockerem Sand- und griffigem Moorboden.

Tatsächlich stoßen wir auch schon bald auf die Hinweisschilder, die uns den Rest der Tour den Weg weisen werden: der "blaue Balken auf weißem Grund" und dem "grünen Fahrrad auf weißem Grund". Für die Tour haben wir uns mit einer Tourenbeschreibung aus dem Internet und einer Bikeline Radkarte "Mecklenburgische Seen" bewaffnet.

Der Weg schlängelt sich entlang des Sees ca. 17 km bis Plau am See. Kurz vor Plau ist dann Zeit für die tägliche gute Tat. Ein Radfahrer hat sich an einer leichten Steigung unter Last "verschaltet". Die Kette hat sich katastrophal zwischen den Kettenblättern verklemmt. Gemeinsam kriegen wir das Rad wieder flott.

Außer in den Camping-Anlagen, die wir regelmäßig durchqueren, finden sich wenig Einkehrmöglichkeiten. Allerdings gibt es auch viel idyllischere Möglichkeiten zur Stärkung. Unmengen schöner kleiner Buchten laden geradezu zum Picknick ein.

Ab Plau werden die Wege breiter und führen teils über Schotter, teils Asphalt um das nördliche Seeende herum. Hier entfernt man sich auch mal aus der Sichtweite des Sees. Am nördlichen Ende des Sees folgen wir dem HInweisschild "Moorochse". Der Weg führt uns zu einem Aussichtsturm mit Blick auf das von Vögeln bevölkerte Naturschutzgebiet. Selbst im Turm fliegen kleine Vögel, die im Turm brüten, permanent um unsere Köpfe herum. So ungefähr muss es sich anfühlen, wenn man abends eine Fledermaushöhle betritt.

Zurück auf dem Weg bietet sich schon bald die nächste Möglichkeit für einen kleinen Umweg: einer Runde über das Plauer Werder - eine kleine Insel im Nordosten des Sees. Der 6-7 km lange Umweg lohnt sich besonders für Mountainbiker, die ab dem Campingplatz wieder mit wunderbaren Wegen belohnt werden. 

Größtenteils ist der Weg bisher gut beschildert. Im Zweifelsfall sollte stets der ufernähere Weg gewählt werden. Die Schilder weisen nicht immer eindeutig den Weg. Am Fischrestaurant "Zur Forelle"  ist definitv Aufmerksamkeit gefordert. Hier leitet die Beschilderung vom See weg. Direkt hinter dem Restaurant führt der Weg aber am Ufer weiter. Daher nach dem Restaurant unbedingt rechts abbiegen und dann der weiteren Beschilderung folgen. In Lenz wird der Biker nun noch vor die letzte Entscheidung gestellt. Soll er dem "schwierigen" und "für Radanhänger nicht geeigneten" Weg folgen, der über "schwierige Wurzelpassagen", "sandige Abschnitte" und Steigungen führt oder lieben den Chickenway wählen? Wir entscheiden uns für die schwierigere, ufernähere Passage. Diese ist tatsächlich in Teilen unfahrbar, bereitet aber insgesamt eindeutig Fahrspaß.

Nach ca. 60 km und knapp 300 Hm erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Fazit: Die Tour hat unheimlich Spaß gemacht. Sie ist familientauglich und bietet tolle, fast durchweg fahrbare Wege. Voraussetzung dafür ist aber ein MTB.

 

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