" I can see clearly now the rain is gone
  I can see all obstacles in my way
  gone are the dark clouds that had me blind
  it's gonna be a bright bright sunshining day "

Genauso schallt es mit ohrenbetörender Lautstärke aus dem Radio.

Die Memmen sind auf dem Weg in die Eifel. Vulkane, Maare und Schieferhöhlen, all das wollten wir sehen. Außerdem gedachten wir auch dem Vorurteil „in der Eifel regnet es immer“ entgegen zu treten.

Für die Tour meldeten sich die Memmen Oliver, Steffen, Schorsch, Schlotti und Christian freiwillig. Am 26.05. startete die Truppe. Unser Ziel war Ulmen, hier sollte die Erkundung des unbekannten Gebiets starten. Schorsch hatte bereitwillig die Funktion als Tourguide übernommen und 3 schöne Touren aus der Mountainbike-Zeitschrift auf sein GPS geladen. Diesmal vertrauten wir voll der Technik. Karte und Kompass blieben zu Hause.

Tag 1: Ulmen

Tourdaten: 37,90 km, 2h 43min, Durchschnitt: 14,5 km/h, 740 Hm, Steigung max. 18%

Wir kamen um 11 Uhr bei bestem Wetter und bester Stimmung in Ulmen an. Die Sonne strahlte vom Himmel – heute war Sonnencreme Pflicht. Schnell wurden die Bikes aus dem Anhänger geholt und die Rucksäcke geschultert. Dem Start stand nichts mehr im Wege. Schon nach ungefähr 300 Metern kamen wir an das erste Highlight. Direkt in Ulmen bestaunten wir das erste Maar. Dank des GPS Systems fanden wir problemlos den Weg. Die Eifel, so stellten wir schnell fest ist im Gegensatz zum Pfälzer Wald und zu den Alpen total anders. Die Anstiege sind nicht allzu lang (max. 200 Hm am Stück), aber dafür gibt es auch kaum waagrechte Strecken. Unser Weg führte am Jungfernweiher vorbei zum Jakobsberg. Von dort aus ein kurzes Stück Strasse Richtung Höchstberg. Doch schon bald bogen wir wieder auf einen schönen Trail ab, der uns weiter Richtung Vorpochten führte. Glücklicherweise hatten wir schon im Vorfeld für eine ordentliche Brotzeit gesorgt (Danke Steffen!). So konnten wir mitten im Nirgendwo an einer sonnigen Stelle anhalten und gemütlich Vesper machen. Nach der stärkenden Brotzeit fuhren wir weiter durch einen idyllischen Wald. Plötzlich sahen wir die erste Höhle. Völlig unscheinbar lag der Eingang zu dieser Schieferhöhle am Hang unter einem Baum. So sollte Schiefer abgebaut werden? Wir waren überrascht. Doch schon wenige Meter weiter blieben wir mit offenen Mündern stehen und bestaunten die riesigen Schieferberge. Wir waren am Haldenpanorama angekommen. Ein Berg aus Schieferplatten mit einer Höhe von gut 50 m erstreckte sich hier über eine riesige Strecke. Echt beeindruckend. Weiter ging es mit bester Laune. An einer Bachdurchquerung war dann Schlotti nicht mehr zu stoppen. Wie ein junger Hund tollte er im Wasser herum, sprang mit dem Bike ins kühle Nass, dass es nur so spritzte. Selbst der sonst so besonnene Steffen konnte da nicht widerstehen und musste ebenfalls seinen Mut im Bachbett kühlen. Dass Schlotti bei der ganzen Toberei einen Platten einfing war nicht weiter verwunderlich. Schnell war der Schlauch gewechselt und die Fahrt ging weiter. Als nächstes Highlight stand schließlich der Besuch der Wallfahrtskirche Maria Martental auf dem Programm. Um genauer zu sein, war es die Klosterschänke, die uns vornehmlich reizte. Genau da kamen wir dann auch hin. Ein wenig abgelegen – im Hinterhof – aber in der Sonne sitzend genossen wir unser wohlverdientes Bier. Auch ein Stückchen Kuchen durfte nicht fehlen. Nach einem kurzen Abstecher zur Kirche ging es dann zurück nach Ulmen.Der erste Tag war vorbei und es war echt toll. Der Tourabschluss fand bei bestem Wetter auf dem Dorfplatz im Ulmen am Brunnen statt. Nachdem die Räder dann verladen waren fuhren wir zu unserem Hotel Waldschlösschen in Plein. Um es kurz zu machen: die Zimmer sind praktisch eingerichtet und sauber, aber nicht allzu komfortabel, das Essen ist dafür super, aber nicht unbedingt preiswert.

In der Nacht kam dann der Regen. Gegen 23 Uhr fing es an, um 3 Uhr wurde ich wach und hörte es plätschern. Um 6 Uhr immer noch. „Naja“, dachte ich „morgen gehen wir dann halt ein wenig bummeln oder irgendwo schwimmen. Der Regen hört ja nie auf.“ Doch wie sehr hatte ich mich getäuscht. Pünktlich zum Frühstück kam die Sonne.

Tag 2: Daun „4-Krater-Tour“

Tourdaten: 63,32 km, 4h 54min, Durchschnitt: 13,2 km/h, 1464 Hm, Steigung max. 20%

Der zweite Tag sollte unsere Königsetappe werden. Laut Schorsch standen gleich 4 Maare auf dem Programm. Pünktlich zum Frühstück hatte der Regen aufgehört und es kam sogar die Sonne raus. Wir fuhren das kurze Stück nach Daun zum Bahnhof und starteten um 10 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Zunächst folgte unser Weg einer ausrangierten Bahnstrecke. Toller Radweg, schön glatt und gut zu fahren um Kilometer zu machen. Doch schon nach kurzer Zeit stoppte Schorsch das schnelle vorankommen und bog in einen kaum erkennbaren Trail Richtung Wald ab. Schnell erklommen wir die Höhenmeter und erreichten ein Plateau von dem wir einen tollen Blick über das Schalkenmehner Maar hatten. Weiter ging es erst jäh bergab, dann wieder steil hinauf und schon lag das Weinfelder Maar vor uns. Unser Weg führte weiter über eine Schafwiese. Da wir Memmen ja doch Naturburschen sind ging uns beim Anblick der Tierchen das Herz auf. Jedenfalls so lange, bis ein vorwitziger Schafsbock versuchte Oli in den Hintern zu beißen. Wir beschlossen unser Glück nicht weiter zu provozieren und radelten locker weiter. Unser Weg war genial. Eben noch fuhr man im Wald einen Trail der aussah als ende er bei Lambertskreuz, schon kam man über eine Kuppe und mach hatte den Eindruck im Allgäu zu sein. Wiesen, dazwischen ein Trail und fast keine Bäume mehr. Ab und an zweigte man auch auf Wiesenpfade ab, die man ohne GPS nie und nimmer gefunden hätte. Leider war halt der Boden vom nächtlichen Regen klatsch nass und extrem weich. Mittlerweile sahen wir auch entsprechend aus, das außer Schorsch keiner Schutzbleche montiert hatte. Ein weiteres Highlight war die Durchquerung der Wacholder-Heide. Hunderte Wacholdersträuche standen hier mitten auf einer Waldlichtung. Schließlich erreichten wir den Landesblick Meerfelder Maar, einen Turm, von dem man das Maar super sehen konnte. Hier machten wir unsere Brotzeit und erholten uns in der Sonne. Der Weg führte nun weiter Richtung Deudesfeld, Schutz und Weiersbach zum Gemündner Maar. Dann ging es ganz schnell. Wir erreichten den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse und schon kurze Zeit später waren wir in Daun. Und dies keinen Moment zu früh. Kaum hatten wir die Räder am alten Bahnwagon abgestellt, der als Kneipe diente, begann es in Strömen zu regnen. Glücklicherweise durften wir so verdreckt wie wir waren ins Innere des Wagons und konnten unser Abschlussbierchen im Warmen und Trocknen genießen.

Wie schon in der Nacht davor regnete es unablässig. Erst in den frühen Morgenstunden hörte es auf.

Tag 3: Manderscheid

Tourdaten: 40,71 km, 3h 12min, Durchschnitt: 14,2 km/h, 740 Hm, Steigung max. 21%

Am dritten Tag, gleichzeitig unser Abreisetag, beschlossen wir etwas früher aufzubrechen. Leichter gesagt als getan. Die Wirtin des Waldschlösschens hielt nicht allzu viel von unserem Vorschlag am Samstag das Frühstück schon um 7 Uhr zu servieren. Sie lies sich aber doch auf 7:30 Uhr runter handeln. So saßen wir schon recht früh startklar am Tisch und wie in den Tagen vorher konnten wir die Sonne beim Aufgehen beobachten. Unser Startpunkt war diesmal Manderscheid. Wir parkten an der Heidsmühle und begannen die Tour. Der Weg, mittlerweile komplett aufgeweicht, führte zunächst entlang der Kleinen Kyll. Weiter ging es zum Masenberg und zum Windsborn Krater. Unser erstes Ziel war jedoch das Zisterzienser Kloster Himmerod. Hier machten wir eine kleine Pause und liesen bei Kaffee und Kuchen und einem Bier die Seele in der Sonne baumeln. Einfach schön so ein Tag. Aber uns saß doch ein wenig der Zeitdruck im Nacken und so machten wir uns viel zu früh wieder auf den Weg. Es folgte die Wand! Ein Anstieg von sage und schreibe 200 Höhenmetern am Stück. Von Eisenschmitt ging es steil hoch zum Jungenland und, Überraschung, zum Meerfelder Maar. Dieses hatten wir ja am Vortag schon bewundert. Diesmal hielten wir uns nicht allzu lange auf, denn jetzt kam der Downhill hinab nach Meerfeld. Gut 200 Hm ging es doch recht steil hinunter. Der weiche und rutschige Boden war da nicht eben vertrauenserweckend. Trotzdem ging es doch recht gut und wir erreichten schließlich wieder die Heidsmühle in Manderscheid.

Was bleibt zu sagen:

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Wir müssten keinen einzigen Meter im Regen fahren. Direkt nach unserer Abreise ging scheinbar die Welt unter. Es regnete unablässig.

Die Tour war super zu fahren. Dank der GPS Touren von Schorsch haben wir alle Höhepunkte der Eifel gesehen. Ohne GPS hätten wir die Trails definitiv nicht gefunden. Zum Teil waren es total versteckte Trails im Wald oder über Wiesen – phantastisch!

Als Location ist die Eifel interessant, aber ich denke ich muss nicht nochmal hin. Mir gefällt dieses ewige hoch und runter nicht. Ich liebe es mal ein, zwei Stunden hochzufahren und dann einen ordentlichen Downhill runter – Alpen eben.

Und wieder muss ich es sagen: Ich bin froh, so tolle Kumpels zu haben. In der Zeit gab es keinerlei Probleme, sondern purer Spaß.

Ich freu mich schon auf die nächsten Ausfahrten mit euch

Christian