Sonne, Kahnbein- und Wolkenbruch

Christian und Dirk im Land der Fußballweltmeister

Intro:

Nach dem großen Erfolg des Alpen-X light von St. Anton nach Poschiavo im Sommer 2003 und dem Trip nach Kitzbühel letztes Jahr beschlossen wir, die Memmen Christian und Dirk, dass die Zeit reif ist für eine weitere 4-Tages Tour durch die Alpen. Die harten Memmen hatten ja auch lang genug Zeit uns die Nasen lang zu machen und uns vom Traumpanorama Dolomiten vorzuschwärmen. Schnell hatte Tourguide Dirk die passende Tour zusammengezimmert. Startpunkt war St. Ulrich im Grödener Tal und Ziel Torbole am Gardasee. Die Tour sollte über 4 Etappen vom 29.07. bis 01.08.2006 gehen:

  1. Etappe: St. Ulrich – Obereggen
  2. Etappe: Obereggen – Roncegno
  3. Etappe: Roncegno – Folgaria
  4. Etappe: Folgaria – Torbole

Dank der grandiosen Sprachkenntnisse von Dirk waren die Unterkünfte schnell gebucht. Pünktlich zum Start der Fußball-WM spielte auch der Wettergott mit und versorgte das ganze Land mit stabilen Hochs und Sonne satt. So hätte es gerne bleiben können. Ratzfatz waren die nötigen Trainingskilometer heruntergespult. Doch dann passierte das Missgeschick: Dank eines Verbremsers fiel Memme Christian vom Rad und brach sich das Kahnbein. Mindestens 6 Wochen Gips und weitere 6 Wochen eine Schiene am Arm lautete die deprimierende Diagnose. Jetzt zeigte sich, dass die Auswahl der Tour doch ganz gut war. Der Weg quer durch die Dolomiten schien technisch nicht allzu schwer zu sein. Man kommt laut Roadbook kaum über die Baumgrenze hinaus und bewegt sich in Höhen von 400 bis 1500 m. Die höchsten Punkte der Tour über 2000 m waren allesamt Pässe die auf guten Schotterwegen bzw. auf Asphalt zu erreichen waren. Also wurde nicht gekniffen, sondern das Bike auf die Rolle gestellt und ein verschärftes Rollentraining mit Gipsarm durchgeführt. 8 Wochen später schon konnte das Rollentraining durch erste Ausfahrten auf Asphalt ersetzt werden (natürlich ohne ärztliche Zustimmung, dafür aber mit Handgelenksschützer). Einigermaßen fit kam dann der Starttag. Am Freitag Nacht fuhren wir dann Richtung Süden. Bis Kempten war das Wetter noch in Ordnung, aber dann. Ab Kempten Regen, Starkregen auf dem Fernpass – die Hoffnung auf die Wetterscheide Brenner blieb. Doch auch hier, alles grau in grau. Im Regen erreichten wir St. Ulrich, den Startpunkt der Tour.

1. Etappe: St. Ulrich – Passo Duron – Karer Pass - Obereggen

Start:10:45 Uhr, 20°C, Regen, Höhe 1233 m (St. Ulrich)
Ziel: 17:00 Uhr, 21°C, Sonne, Höhe 1572 m (Obereggen)
Strecke: 53,92 km, Fahrzeit: 4h 48min, Durchschnittsgeschw.: 11,2 km/h, max. Geschw.: 60,5 km/h,
Temperatur: 14°C - 23°C, Höhenmeter: 1570 m (rauf), 1292 m (runter), max. Höhe 2187 m (Passo Duron)

Von St. Ulrich aus zog sich der Weg von 1233 m Höhe auf Asphalt und Schotter gleich auf den höchsten Punkt der Tour, den Passo Duron, das Mahlknechtjoch mit 2187 m. Die knapp 1000 Höhenmeter führten an der traumhaften Saltariahütte und dem Tierler Almgasthof vorbei. Der zum Glück weniger starke Regen lies von Meter zu Meter nach und hörte schließlich vor dem Gipfel an der Seiser Alm Haus gänzlich auf. Dirk freute sich über die Abkühlung während der durchweg gut fahrbaren Auffahrt. Mir dagegen wären wärmende Armlinge durchaus auch genehm gewesen (Steffen hätte bestimmt auch Beinlinge und Andreas seine tote Katze angezogen). In der Hütte gab es erst mal eine ordentliche Stärkung mit Pasta und Espresso. So gestärkt nahmen wir den folgenden Schotter-Downhill unter unsere grobstolligen Reifen. In rasanter Fahrt ging es hinab nach Campitello auf 1447 m Höhe. Ein super Downhill – auch für Treppenverweigerer. Kaum verblockt und dadurch einfach zu fahren. Von Campitello ging der Weg leicht abschüssig auf Asphalt nach Pozza di Fassa. Dann ging es hinauf zum Karer Pass. Auf Asphalt zog sich der Weg – jetzt in der Sonne bei bestem Wetter von 1229 m auf 1745 m Passhöhe. Vom Pass aus begann die Abfahrt zum Karersee.

Ein Traumsee in grün-blau. Mich würde interessieren welche Firma bei der Farbgebung wohl die Hände im Spiel hatte. Fast wären wir am Abzweig zu unserem Etappenziel Obereggen vorbeigeschossen. Doch wir erkannten den Abzweig noch rechtzeitig und folgten dem welligen Trail durch den Wald der uns direkt in Obereggen ausspuckte. Schnell war die Unterkunft Hotel Maria gefunden. Ein Fahrradkeller mit Putzgelegenheit für die Bikes stand zur Verfügung. Nach dem Besuch der Sauna (Wellness-Luder aufgepasst) und dem Genuss des abendlichen 6-Gang Menüs (Gourmets aufgepasst) begaben wir uns müde und vollkommen gesättigt ins Bett.

 

2. Etappe: Obereggen – Reiterjoch – Manghen Pass - Roncegno

Start:08:45 Uhr, 22°C, Sonne, Höhe 1572 m (Obereggen)
Ziel: 17:00 Uhr, 26°C, Sonne, Höhe 481 m (Roncegno); 760 m (Monte Tesobo)
Strecke: 73,04 km, Fahrzeit: 6h 09min, Durchschnittsgeschw.: 11,8 km/h, max. Geschw.: 70,4 km/h,
Temperatur: 13°C – 42°C, Höhenmeter: 2006 m (rauf), 2770 m (runter), max. Höhe 2072 m (Manghen Pass)

Der zweite Tag begann mit Sonne ! Schon am Start 22°C und keine Wolke am Himmel. So sollte es bleiben. Heute sollte unsere längste Etappe mit dem Reiterjoch und dem Manghen Pass anstehen. Von Obereggen aus begann direkt hinter dem Hotel der steile Aufstieg (Rampen von 25% Steigung) auf Schotter zur Epicher Laner Alm. Der Weg lief parallel direkt am Rande der Skipiste. Noch gestärkt vom abendlichen Galadinner wurde diese Hürde ohne viel Murren genommen. Ein einheimischer Hardtail Fahrer zeigt uns allerdings wo der Hammer hängt. Auf halber Strecke jagte er an uns vorbei, ging an den Rampen kurz aus dem Sattel und ward nimmer gesehen. Zu unserer Ehrenrettung muss jedoch gesagt werden, dass er keinen Rucksack bei sich trug. Außerdem schien ein Teststeron-Pflaster aus seiner Radhose herauszuschauen. Dirk jedoch begann schon jetzt mit der ihm eigenen Diamantenproduktion. Der Weg von der Epicher Laner Alm zum Reiterjoch verlief dann etwas weniger steil.

Durch die Anstrengung geschwächt oder durch tübe Tageslinsen behindert erkannte ich am weit entfernt gelegenen Gipfel noch das Starttor eines Abfahrtslaufes. Dirk, das Adlerauge, befand jedoch, dass ich künftig für den Bereich Orientierung disqualifiziert bin, da ich einen orange farbenen Bagger mit einem aufblasbaren Starttor verwechselt habe. Ab diesem Zeitpunkt durfte ich die Richtung nicht mehr angeben – eigentlich schade; wer weiß welchen Ausgang die Tour sonst genommen hätte. Vom Reiterjoch / Zischgalm auf 2002 m Höhe folgte dann eine superschöne Schotterabfahrt über Stava auf 1294 m Höhe hinab nach Cavalese auf 1000 m Höhe. Wir beschlossen in diesem Ort unter keiner Seilbahn durchzufahren (sicher ist sicher). Über den Radweg erreichten wir Molina und damit den Fuß des Manghen Passes auf 813 m Höhe. Nachdem die Wasservorräte aufgefüllt waren nahmen wir den 15,5 km langen Aufstieg in Angriff. Nach 3h 11min erreichten wir die 2072 m hohe Passhöhe. 1259 Höhenmeter an einem Stück waren gemeistert – und das bei 27°C, armer Dirk. Zum Glück erwiesen sich die letzten Serpentinen als nicht so steil, so dass wir sie sogar auf unseren Bikes fahren konnten.

Thomas, unser Motor-Biker, prophezeite uns, dass die Serpentinen so steil und so eng seien, dass man sie kaum mit dem Motorrad fahren kann. Bei Mountainbikes sah er ganz schwarz. Doch was eine richtige Memme ist, die gibt nicht auf. Mit Kraft und toller Technik schafften wir auch diese Klippe und blieben im Sattel. An der Hütte stärkten wir uns (alleine unter Hunderten von Motorradfahrern) mit einem Käsebrot und Wasser. Wir wissen schließlich was wir unserem Körper schuldig sind. Die folgende Abfahrt von 2072 m Höhe nach Borgo auf 390 m Höhe verging wie im Fluge.

Für die 23 km brauchten wir gerade mal 33 Minuten. Vielleicht hätten wir es noch schneller geschafft, aber bei dieser Abfahrt brachte Dirk seine Scheibenbremsen an ihr Limit. Wahrscheinlich verzog sich die Scheibe durch die Hitze. Beim Bremsen lag dann der Belag nicht mehr korrekt an und die Bremse gab ein schauerliches Kreischen von sich. Laut Dirk blieb die Bremswirkung aber immer konstant gut. Jedoch kommt man bei einem Tempo von 70 km/h schnell ins grübeln, was man wohl bei einem Bremsversagen machen soll. Wir machten dann sicherheitshalber Fotostopps und Abkühlpausen und erreichten sicher Borgo. Von Borgo nach Roncegno ging der Weg sanft ansteigend entlang eines Baches, der Brenta. Nach Roncegno ging es dann bei sage und schreibe 42°C und einer drückenden Schwüle 100 m hinauf und schon Minuten später saßen wir bei einem Cappuccino in einer Bar im Ortszentrum. Unser Nachtquartier Bed & Breakfast war bei Stefania in Monte Tesobo. Wir beschlossen zuerst unser Quartier aufzusuchen und nach einer Dusche frisch gewaschen unser Nachtmahl im Dorf einzunehmen. Die Einheimischen kannten den Weg zu Stefania sehr gut. Doch mich machte die Handbewegung senkrecht nach oben und die Angaben "due kilometre" und "fra mezz`ora" (in einer halben Stunde), sowie der Name Monte stutzig. Lag Roncegno auf einer Höhe von 480 m, so zeigt unser Höhenmesser 760 m Höhe als wir geschafft und hungrig vor unserer Unterkunft mitten im Wald von unseren Bikes abstiegen.

Stefania und Bruno, sowie Schäferhund Sissi begrüßten uns freundlich. Wir waren die einzigen Gäste. Glücklicherweise erklärte sich Stefania bereit uns an ihrem Abendessen teilhaben zu lasen. Sie machte einfach eine größere Schüssel Pasta und gab uns etwas davon ab. Einfach lecker ! Auf der Terrasse sitzend liesen wir mit Blick auf das 400 m unter uns liegende Valsugana Tal den Tag ausklingen.

 

3. Etappe: Roncegno – Kaiserjägerweg – Passo Sommo - Folgaria

Start:08:45 Uhr, 24°C, Sonne, Höhe 760 m (Monte Teobo)
Ziel: 15:00 Uhr, 27°C, Sonne, Höhe 1164 m (Folgaria);
Strecke: 43,94 km, Fahrzeit: 3h 47min, Durchschnittsgeschw.: 11,6 km/h, max. Geschw.: 56,8 km/h,
Temperatur: 20°C – 39°C, Höhenmeter: 1245 m (rauf), 813 m (runter), max. Höhe 1342 m (Passo Sommo)

Mitten in der Nacht wachte ich auf. Ein Gewitter tobt über Roncegno. Blitze zucken, Donner grollen – mir schwant Böses. Doch am Morgen ist alles vorbei und der Himmel zeigt sich in unschuldigem Blau. Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir Stefania und Bruno und starten die dritte Etappe. Bei jetzt strahlendem Sonnenschein rollen wir die am Vortag mühsam erkämpften Extrahöhenmeter nach Roncegno hinab und folgten wieder dem Radweg an der Brenta entlang durch Maisfelder nach Santa Giuliana. Dort begann der berühmte Kaiserjägerweg.

In nahezu jedem zweiten Alpencross wird der Weg beschrieben und gelobt. Auch unsere Memmen auf ihrem Alpen-X nahmen den Weg schon unter ihre Räder. Wir hatten Glück und richtiges Kaiserjägerwetter. Bei nun fast schon tropischen Temperaturen fuhren wir die rund 800 Höhenmeter auf der schmalen Asphaltstraße hinauf. Ein traumhafter Panoramablick über das ganze Tal war unsere Belohnung. Den Lago di Caldonazzo auf der linken Seite und den Lago di Levico rechts daneben konnten wir sehen, als hätte uns jemand eine Postkarte vor die Augen gehalten.

Durch zwei Tunnel, die direkt in den Fels gesprengt waren erreichten wir schließlich die Hochebene. Nach dieser langen Auffahrt rollten wir durch welliges Gelände recht unspektakulär nach Chiesa und Carbonare, wo wir zur Mittagszeit eintrafen. Als Mittagsmahl handelte Dirk mit dem Koch des Dorfhotels ein Risotto al frutta (Risotto mit Obst) und Spaghetti con ragu di cinghiale (Spaghetti mit Wildschweinragout) aus. Ein wahrhaft schmackhaftes Essen. So gestärkt begann der kurze, aber knackige Aufstieg zum Passo Sommo. Von dort rollten wir locker runter nach Folgaria. Unser Hotel war schnell gefunden. Leider machte es aber einen recht spießigen Eindruck auf uns. Der Eindruck erwies sich dann auch noch als richtig. Nachdem wir die Bikes außen an den Zaun gelehnt hatten und dabei auch die Geranien im Blumenkasten berührt hatten wurden wir lautstark von der Seniorchefin zurechtgewiesen und mussten unsere Räder von den Blumen wegnehmen. Danach erst konnten wir einchecken. Unsere Bikes sollten wir durch die Hotellobby in den Keller tragen und neben der Küche abstellen. Dirk waren dabei die begehrlichen Blicke des Küchen- und Wäschepersonals aufgefallen. Bis zum Abendessen konnte er sein ungutes Gefühl zügeln. Dann aber hielt er es nicht mehr aus. Zwischen Hauptgang und Dessert schleppten wir unsere Bikes – trotz der Gefahr der wortgewaltigen Seniorchefin aufzufallen – in den Aufzug und stellten sie neben unseren Betten ab. Beruhigt konnten wir jetzt ein Bierchen trinken. Dann kam der Regen. Es gewitterte und regnete den ganzen Abend und die ganze Nacht hindurch

 

4. Etappe: Folgaria – Monte Finonchio – Rovereto - Torbole

Start:09:00 Uhr, 20°C, Regen, Höhe 1164 m (Folgaria)
Ziel: 13:30 Uhr, 29°C, Sonne, Höhe 75 m (Torbole)
Strecke: 54,36 km, Fahrzeit: 3h 22min, Durchschnittsgeschw.: 16,2 km/h, max. Geschw.: 60,0 km/h,
Temperatur: 14°C – 29°C, Höhenmeter: 677 m (rauf), 1650 m (runter), max. Höhe 1577 m (Monte Finonchio)

Der letzte Tag sollte ein lockerer Tag werden. Versprach doch das Höhenprofil nur eine moderate Auffahrt und eine Abfahrt von 1577 m Höhe auf 75 m Höhe. Am Morgen regnete, nein goß es immer noch. Wetterprophet und Daueroptimist Dirk machte jedoch eine hellere Graufärbung am Himmel aus und meinte, der Regen würde wenn nicht gar aufhören, so doch wesentlich weniger werden. Ich jedoch fand, dass es Bindfäden regnete und dass das Grau des Himmels überall gleich sei, behielt meine Meinung aber für mich. Hatte ich mich ja schon früher durch mangelnde Sehkraft ins Abseits gestellt. Na ja, starten mussten wir so oder so. Wir schleppten daher unsere Bikes vom Zimmer im dritten Stock die Treppe hinunter und warteten schon auf einen Anpfiff der Chefin. Diese versorgte derweil liebvoll die geschundenen Geranien und lies uns unbehelligt. Regenhaube über den Rücksack, Regenjacke an und unter den bewunderten Blicken der restlichen Hotelgäste ging es dann los. Wir folgten der Straße in und durch die immer tiefer hängenden Wolken. Schon bald konnte man kaum 10 Meter weit sehen. In Serrada zweigten wir von der Straße auf den Schotterweg zum Monte Finonchio ab.

Durch den Regen glatt und glitschig kämpften wir uns Meter um Meter hoch. Der Regen wurde immer stärker. Ein Donnerschlag riss uns aus unserem gebetsmühlenartigen Treten. Wir hatten es geschafft; wir waren mitten in einem Gewitter in den Bergen, na bravo.

Zum Gipfel waren es nur noch wenige Meter und es goss als stünden wir unter der Brause. Das Wasser sauste durch den Helm, in die Regenjacken, durch die Hose und sammelte sich in den Schuhen. Ein wahnsinniges Gefühl. Ein Trost für mich war Wetteroptimist Dirk. Der wurde bei jedem Blitz und bei jedem Donnerschlag immer blasser. Aber auch mir wurde immer mulmiger zumute. Man hat ja dann doch schon einige Geschichten über Gewitter im Gebirge gehört. Doch zum Glück war das Gewitter als wir den Gipfel erreicht hatten gerade durchgezogen und tobte nun hinter uns. Wir erreichte das Refugio Filzi, die Filzlaushütte.

In der Hütte wollten wir uns kurz aufwärmen, trockene Kleidung anziehen und einen Espresso trinken. Die Wirtin erklärte uns, dass erst vor wenigen Minuten ein Blitz eingeschlagen hätte und daher die Stromversorgung ausgefallen sei. Wir wechselten die Kleidung, tranken einen Espresso und machten uns direkt wieder auf den Weg hinunter nach Rovereto. Der Schotterweg hinunter verwandelte sich durch das Gewitter in einen kleinen Bach. Ziel war es nun schneller als das Wasser ins Tal zu fahren. Lose Steine oder grobe Brocken waren unter der Wasserlinie verborgen. Unter einer dichten Wolkendecke verborgen lag schon Rovereto.

Durch einen Kastanienwald ging es zügig bergab. Wir durchbrachen wie Flugzeuge im Landeanflug die Wolkendecke und rollten durch die ersten Vororte von Rovereto bis hinunter zum Kreisverkehr. Langsam schaute auch wieder die Sonne hervor, so dass Regenjacke und Armlinge verschwinden konnten. Von Rovereto folgten wir dann dem Radweg Richtung Gardasee wie unzählige Alpencrosser vor uns. Und dann lag ervor uns. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich der Lago di Garda dann majestätisch von seiner besten Seite. Mit Highspeed schossen wir dann die letzten Meter hinunter nach Torbole und beendeten unseren Alpencross recht zünftig bei Meckis mit einem Bier ehe wir unseren müden und ausgelaugten Körper in die kalten Fluten des Sees warfen.

 

Fazit:

Wir haben uns (mal wieder) für einen Alpen-X light entschieden. In 4 Etappen über die Alpen war unser Ziel. Wir wollten keine neuen Rekorde aufstellen, sondern möglichst viel Spaß und Genuss haben. Das ist uns trotz des nicht immer optimalen Wetters gelungen. Wir konnten die Schönheit der Dolomiten genießen. Technisch stellte die Tour keine allzu großen Ansprüche an uns. Man bewegte sich die ganze Zeit in moderaten Höhen auf Asphalt und guten Schotterwegen. Alle Auf- und Abfahrten sind voll fahrbar. Die Tour ist also auch für Neulinge gut zu meistern und voll empfehlenswert. Glücklicherweise wurden wir von Stürzen und Pannen verschont. Eine defensive Fahrweise zahlt sich also aus. Mit dem Wetter hatten wir alles in allem Glück. Am ersten Tag regnete es während der Auffahrt zum Passo Duron und am letzten Tag während der Auffahrt zum Monte Finonchio. Entgegen den Empfehlungen der Bikemagazine sind wir der Meinung auf lange Hosen, lange Trikots und auf Regenhosen verzichten zu können. Arm- und Beinlinge reichen unserere Meinung nach völlig aus. Eine Regenjacke ist unverzichtbar.

Zusammenfassung:

1. Etappe

1570 m hoch

1292 m runter

53,92 km

2. Etappe

2006 m hoch

2770 m runter

73,04 km

3. Etappe

1245 m hoch

813 m runter

43,94 km

4. Etappe

677 m hoch

1650 m runter

54,36 km

Gesamt:

5498 m hoch

6525 m runter

225,26 km

Übernachtungen:

1. Etappe (Obereggen):

HOTEL MARIA • Fam. Beatrix & Christoph Kofler
I-39050 Obereggen •
Tel. +39 0471 615772 • Fax +39 0471 615694
www.hotel-maria.it

2. Etappe (Roncegno):

B&B Monte Tesobo da Stefania e Bruno
Roncegno Terme Loc. Tesobbo (TN)
Tel.0461-773185 Cell.349-3567916
www.montetesobo.it

3. Etappe (Folgaria):

PARK HOTEL MIRAMONTI***
Via Dante Alighieri,12
38064 Folgaria (TN)
Tel. 0464 721461
Fax 0464 721570
www.parkhotelmiramonti.it

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