2020 ist schon ein sonderbares Jahr. Die Corona-Krise verursachte ein maximales Chaos im Land. Zu Beginn des Lock-Downs im Frühjahr konnten keine gemeinsamen Bike-Ausfahrten stattfinden, aber im Verlaufe des Sommers waren dann doch Touren in der Heimat wieder möglich. Nach dem Stoneman Miriquidi im Erzgebirge und der 25-jährigen Jubel-Memmentour stand jetzt eine schöne 2-Tages-Tour im heimischen Pfälzerwald auf dem Programm. Als Termin bot sich der 10.10. an, da just an diesem Termin auch parallel der Wasgau-Bikemarathon und die Eröffnung der Maudacher Kerwe stattfindet und daher eigentlich immer bestes Wetter ist. Schon eine Woche vor dem Start kam es wie so oft zum Kampf der Wetterdienste. Während das Bayer Agrarwetter für den Samstag Regen vorhersagte, prognostizierte WetterOnline eine geringe Regenwahrscheinlichkeit. Selbstverständlich glaubte man fest an die positive Voraussage, die Regenklamotten wurden aber trotzdem griffbereit in den Rucksack gepackt.

 

So gerüstet ging es dann am Vormittag los Richtung Hochspeyer. Auf die Tour gingen

 

  • Joggel
  • Steffen T
  • Oli
  • Thomas
  • Steffen N
  • Jens
  • Karl
  • Christian

 

Leider konnte Lottel nicht teilnehmen. Am Freitag überschritt sein Heimatkreis den Grenzwert für Neuinfektionen und galt als Corona Hotspot. Zur Vorsorge und um dem drohenden Beherbergungsverbot in Rheinland-Pfalz aus dem Weg zu gehen blieb Lottel schweren Herzens zu Hause. Lottel, wir haben dich vermisst; du musst das nächste Mal auf jeden Fall mitkommen.

 

Wir starteten in Hochspeyer bei frischen Temperaturen, aber im Sonnenschein. Der Einstieg zur geplanten Tour war schnell gefunden und das Abenteuer konnte starten. Plötzlich ein Knall und wildes Rufen. Was war passiert? Die Antwort war für Karl niederschmetternd. Ein Bolzen in seinem Bike war gebrochen und nun wackelte der Hinterbau wie ein Kuhschwanz. An ein Weiterfahren war so nicht zu denken. Ich möchte hier nur die Worte Wellnesshotel und Tiramisu in den Raum werfen... Da an eine Reparatur nicht zu denken war, beendete Karl nach ca. 100 Metern die Tour und machte sich auf den Heimweg. Für die verbleibende Gruppe ging es jetzt weiter. Von Hochspeyer ging es über Mölschbach und den steilen Anstieg hoch zum Antonhof nach Neuhof und weiter zur Sägmühle. In Oberhammer erreichten wir den Eingang zum Karlstal. Dies dürfte das wohl schönste und romantischste Tal in unserer Gegend sein. Leider wissen das auch die zahlreichen Wanderer. Zum Glück gab es keine Streitereien auf dem völlig verschlammten Weg durch das enge Tal. Unser Weg ging dann entlang dem Bächlein Moosalpe vom Mittelhammer, Wilensteiner Mühle, Unterhammer ins Finsterbrunnertal. Von dort radelten wir quer durch den nahezu menschenleeren Wald nach Schmalenberg. Weiter ging es nach Heltersberg. Im Naturfreundehaus machten wir dann unsere erste verdiente Pause und füllten die leeren Energiespeicher mit Rotweinkuchen und einem leckeren Bier auf. Wir folgten dem Schwarzbach bis kurz vor Johanniskreuz. Der letzte steile Anstieg hoch zum Ziel war dann schnell geschafft. Wir erreichten Johanniskreuz bei kühlem, aber sonnigem Wetter. Das erste Bier konnten wir locker im Freien trinken. Das Resümee der ersten Etappe war ein schwerer technischer Defekt bei Karl, ein verlorener Tacho bei Joggel, ein leichter Sturz bei Steffen T und ein Krampf bei Jens. So weit, so gut. Noch während wir die Sonne genossen kam Karl mit dem Auto. Da er sich für das Wochenende von zu Hause abgemeldet hatte, lies er es sich nicht nehmen, wenigstens den Abend mit uns zu verbringen. Über das Hotel auf Johanniskreuz kann man eigentlich nichts sagen – die Rezessionen in den einschlägigen Foren sagen da wohl alles. Es gibt halt keine Alternative in der Nähe. Der Abend war aber trotzdem toll und wir konnten schön gemeinsam essen und trinken und den Tag in aller Ausführlichkeit besprechen.

 

Tourdaten: 54,8 km, 1159 Hm (Tag 1 auf Komoot )

 

 

Der zweite Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück. So gestärkt machten wir uns bei trüben Wetter auf den Weg. Von Johanniskreuz ging es zunächst zum Eschkopf. Dort bestiegen wir den Turm, konnten aber wegen des nebligen Wetters die Aussicht nicht genießen. Weiter ging es immer leicht abwärts zum Schuhnagelskopf und weiter zum Biosphärenerlebniscamp Gleiswiese. Nun folgten wir dem Helmbach über die Hornesselwiese zum Helmbachweiher. Hier machten wir eine Rast. Mittlerweile hatte die Sonne den Nebel vertrieben und wir konnten sogar die Sonne genießen. Natürlich musste der See einmal komplett umrundet werden. In Breitenstein begann dann der letzte Anstieg hoch zur Hellerhütte. Wir folgten dem alten Weinsteig bis zur Jakobshütte und weiter dem Gernsweg zur Hellerhütte. Dort machten wir erneut Rast und stärkten uns für den finalen Downhill über den Emil-Ohler-Weg und das Kaltenbrunner Tal nach Neustadt.

 

Tourdaten: 38,8 km, 608 Hm (Tag 2 auf Komoot )

 

 

Die ODM Herbsttour war am Ende doch ein voller Erfolg. Wir hatten eigentlich sehr gutes Wetter ohne einen Tropfen Regen. Schade war natürlich das Fehlen von Lottel und das Ausscheiden von Karl. Trotzdem haben wir die Tour genossen. Jetzt steht als größeres Highlight nur noch die Glühweintour an. Lasst uns hoffen, dass wir diese Tour gemeinsam fahren können – trotz Corona.

 

Freu mich auf alle zukünftigen Ausfahrten, jetzt im herbstlichen Wald

Christian