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Es begann an einem kalten regnerischen Freitagabend, dem 14. Oktober 2000. Vier unerschrockene, durch nichts zu bremsende Männer machen sich auf, die schwerste Hürde des Jahres 2000 zu überwinden. Den

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Diese mutigen Teilnehmer waren Christian (32), Oli (35), Zeppi (32) und Joggel (37).

Freitag Abend 17:00. Treffpunkt in Ludwigshafen. 2 Kombis müssen herhalten um 4 Biker und ihr Equipment ins ca. 100km entfernte Lembach zu transportieren. Es regnet.

18:30. Ankunft in der Freizeithalle in Lemberg/Pfalz. Es nieselt nur noch. Temperatur unter 10°C. Ob man morgen wohl mit Fleecepulli und Regenschutz aus der Reihe fällt? Diverse Biker schrauben an ihren Bikes rum.

20:30. Die Nudelparty hat begonnen.

21:00. Wir sind satt, haben mehrere Weizenbiere intus. Aufgrund unserer Flüssignahrung und der Dunkelheit sieht das Wetter von der Halle aus gar nicht mehr so schlimm aus.

Zwischenzeitlich sind auch Regina Marunde, Mike Kluge und Jörg Arenz eingetroffen, und es entwickelt sich in der Halle eine mehr oder weniger entspannte Bikergeselligkeit.

22:30. Die Halle ist fast leer. Wir wundern uns. Bei unserer letzten Bierbestellung hat man uns schon ganz komisch angeschaut. Ob wir die falsche Einstellung mitbringen? Panik beschleicht uns. Wir trinken noch ein Bier.

23:00. Ankunft in der Schulsporthalle in Lemberg. Wir breiten unsere Isomatten und Schlafsäcke zwischen den Herden schlafender Biker aus und hoffen das wir morgen nicht verschlafen.

Samstag Morgen 05:30. Ich glaub ich träume! Die ersten Cracks machen sich schon auf zur Freizeithalle, um zu Frühstücken und sich einzufahren. Ich drehe mich nochmals um.

06:30. Mit schmerzendem Kreuz (wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten) packen wir unser Schlafgemach zusammen, suchen unsere Bike-Klamotten und freuen uns, dass es zur Zeit nicht regnet. Hoffentlich bleibt das auch noch so, wenn es draußen Tag wird. Mächtiges Frühstück, Flaschen füllen und schon ist es Zeit zum Starten.

08:35. Start !!!

08:55. Streckenkilometer 4,5. Erster Downhill. Stau auf dem Schlammtrail. Viele der ca. 1500 Biker schieben ihre Räder einen schlammigen steilen Hang hinab. Das Feld ist noch zu dicht beisammen

09:00. Streckenkilometer 5,0. Erster Uphill. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Ich verfluche bereits mein Rad, da sich die Kette auf dem kleinsten Blatt ständig verklemmt und ich nicht mehr mit Druck Bergauf fahren kann. Bei Km 13 zweigt die Familientour (Distanz 45 Km) fast unbemerkt ab.

09:15. Km 20,0. Nachdem sich das Feld gelichtet hat, macht der 2. Downhill richtig Spaß. So verdreckt war mein Rad noch nie. Nach 22 km trennen sich die Asse von den “Normalos”, bzw. die 100 Km-Fahrer von den 75ern. Wir beschließen, uns der Mehrheit anzuschließen und schlagen die 75 km Tour ein.

09:35. Km 25,0. Die 100er Strecke trifft wieder auf die 75er. Wieder einmal ein Schild mit drei Pfeilen nach oben. So wird hier ein extremer Uphill gekennzeichnet. Bisher sind keine dramatischen Einbrüche in unserer Gruppe zu verzeichnen.

09:50. Km 30,0. 430 Höhenmeter erklommen. Jetzt ist auch der letzte Muskel richtig warm. Wir biken entlang der Deutsch/Französischen Grenze in Richtung der 1. Verpflegungsstation.

10:00. Km 32,0. Die erste Verpflegungsstation ist erreicht. Das Buffet ist prima. Ob heiße Bouillon, Bananen, Wurst- und Käsebrote oder Christstollen, für Jeden ist etwas dabei, um die leeren Energiespeicher wieder aufzufüllen. Nachdem Hunger und Durst gestillt sind, werden die Räder mit einem Feuerwehrschlauch in halbwegs fahrbaren Zustand gebracht (und dadurch auch mindestens 5kg leichter), und los geht’s zur nächsten Steigung.

11:15. Km 45,0. Der Wadenbeißer hat es in sich. Ein langgezogener Uphill, der jedoch mit einem wunderschönen Downhill belohnt wird.

12:40. Km 53,0. Kurz vor der 2. Verpflegungsstation eine Abfahrt in einer schmalen Röhre. Der Biker, der vor Christian stürzt, wirft sein 6000 DM Fully zur Seite und flucht, daß dies kein Z-Max Wetter sei. (A.d.R: Z-Max ist der Name eines MTB–Reifens).

12:50. Km 55,0. 2. Verpflegungsstation. Nur kurze Pause, schnell was Heißes trinken, die Räder erneut reinigen und ab zum Endspurt.

14:10. Km 68,0. Das Ziel vor Augen erscheint das Schild “Wildsausteige”. Dieser Anstieg hat es wirklich in sich. Nahezu alle Biker schieben den Berg hoch. Wer noch Luft zum Stöhnen hat, verflucht den Anstieg. Auch ich schiebe die letzten Meter, da meine Kette jetzt endgültig gerissen ist. Oben angekommen stehen mir jedoch viele hilfreiche Hände und noch mehr gut gemeinte Radschläge zur Seite und meine Kette ist ruck - zuck repariert. Nun ist gemütlliches Ausrollen bis Ortseingang Lemberg angesagt. Ich fahre hinter einer Bikemaus her und bin dank des tollen Anblicks supermotiviert. Dann die letzten Meter vor Lemberg noch mal ein kurzer knackiger Anstieg und ...

15:00. GESCHAFFT !!! Km 78,0. Wir alle sind erschöpft aber glücklich und stolz es gepackt zu haben. Während wir in der Schlange anstehen, um die Räder nochmals abzuspritzen, können wir schon wieder ein Weizenbier trinken und freuen uns auf nächstes Jahr, wenn wir die 100 km des 8. Wasgau MTB Marathons unter die Stollen nehmen.

Joggel

Tipp: Weitere Infos zum Wasgau Marathon unter www.wasgau-mtb-marathon.de

Kategorie: MTB Marathons